Aktualisiert 25.06.2009 16:12

KopfschmerzenMigräne kann das Gehirn schädigen

Heftige Kopfschmerzen können sich anfühlen, als ob der Schädel zerschossen wird. Eine völlig absurde Wahrnehmung? Nicht wirklich: Neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge können Migräne-Attacken bleibende Schäden im Gehirn hinterlassen.

Es ist dieser unerträgliche Terror im Kopf - kaum zu beschreibende Schmerzen, die Frauen drei Mal häufiger als Männer heimsuchen. Die mehr oder weniger regelmässig wiederkehrende Migräne paart sich meist mit Übelkeit bis hin zu Erbrechen, sowie einer hohen Geruchs-, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit. Immer wieder beschreiben Betroffene einen stechenden, einseitigen Schmerz - ähnlich einem Schwert, das sich ruckartig in den Schädel bohrt.

Starke Schmerzen, bleibende Schäden

Für Aussenstehende eine seltsam anmutende Vorstellung, die neusten Forschungsergebnissen nach gar nicht so absurd ist: Wissenschaftler der Uniformed Services University in Bethesda, Maryland (USA) fanden in Zusammenarbeit mit der isländischen Herzstiftung in Reykjavik heraus, dass offenbar eine von zehn Migränepatientinnen bleibende Hirnschäden von ihren Kopfschmerzattacken davonträgt. Bei Migränepatientinnen mittleren Alters, deren Anfälle von einer sogenannten Aura begleitet werden (siehe Box), wies sogar ein Viertel sogenannte Läsionen - also Schädigungen - im Gehirn auf.

Für ihre Studie analysierten die Forscher über 26 Jahre hinweg 5000 Isländerinnen. Die Gehirne von 23 Prozent der untersuchten Frauen mit einer Aura erlitten über die drei Dekaden eine regelrechte Ansammlung von Läsionen. Die Forscher vermuten, dass eine vorübergehend stockende Durchblutung in den betreffenden Hirnarealen sowohl für die schmerzhaften Symptome als auch für die Schädigungen des Gewebes verantwortlich sind.

Je nach betroffener Region können sich dadurch vorübergehende Phänomene laut «Reuters» bei den Patientinnen zu langfristigen neurologischen Ausfallsymptomen wie Sensibilitätsstörungen, Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen verwandeln.

(rre)

Migräne mit Aura:

Die Aura beschreibt im Zusammenhang mit der Migräne neurologisch bedingte Störungen bestimmter Körperfunktionen. Bei den Patienten kann es vor und während eines Migräneanfalls zu Kribbeln in den Extremitäten, Sehstöhrungen, Sensibilitätsstörungen bis hin zu Lähmungerscheinungen führen. Nach dem Anfall verschwinden diese Symptome wieder vollständig.

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