Schwarz statt grün: Migros ärgert Produzenten mit neuen Gemüsekisten

Aktualisiert

Schwarz statt grünMigros ärgert Produzenten mit neuen Gemüsekisten

Gemüse und Früchte gibts in der Migros bald nur noch in schwarzen Kisten. Das verursacht den Produzenten Zusatzkosten.

von
R. Knecht
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Schweizer Bauern liefern Früchte und Gemüse derzeit in grünen Kisten an Coop und Migros.

Schweizer Bauern liefern Früchte und Gemüse derzeit in grünen Kisten an Coop und Migros.

Keystone/Gaetan Bally
Ab Juni will die Migros aber nur noch schwarze Kisten akzeptieren.

Ab Juni will die Migros aber nur noch schwarze Kisten akzeptieren.

Ifco
Für die Produzenten ist das ein Problem, denn nun müssen Sie zwei verschiedene Kisten-Pools führen.

Für die Produzenten ist das ein Problem, denn nun müssen Sie zwei verschiedene Kisten-Pools führen.

Keystone/Lukas Lehmann

Die Migros steigt von grünen auf schwarze Gemüsekisten um. Früchte und Gemüse würden auf schwarzem Hintergrund edler aussehen, begründet die Migros ihre Entscheidung gegenüber den Lieferanten. Die sogenannten Ifco-Gebinde in Schwarz hätten zudem den Vorteil, dass sie leichter sind und sich effizienter stapeln lassen – dadurch werde beim Transport weniger CO2 ausgestossen, sagt ein Migros-Sprecher zum «Landwirtschaftlichen Informationsdienst» (LID). Stichtag für die Umstellung ist der 24. Juni.

Die Produzenten der Migros freuen sich gar nicht über den Farbenwechsel: Betriebe, die sowohl Migros als auch Coop beliefern, müssen ab Juni zwei Kisten-Pools führen. Gemüseproduzent Beat Bösiger sagt zum LID, er müsse künftig seine Tomaten für die Bestellungen der Detailhändler getrennt rüsten. Wenn dann am Nachmittag Nachbestellungen folgen, kann das zu Problemen führen: Hat Bösiger die vorgepflückten Tomaten in Kisten der falschen Farbe gebeigt, muss er sie künftig umpacken. Alternativ müsste er sein Lager vergrössern, um jederzeit Kisten der richtigen Farbe liefern zu können.

Mehrkosten für die Produzenten

Aus Sicht des Produzenten sind diese Massnahmen mit Mehrkosten verbunden, für die die Migros nicht aufkommt. Der Detailhändler hingegen ist überzeugt, dass es für die Produzenten nur in der Umstellungsphase Mehraufwand geben könnte. Darum sei die Migros mit den Lieferanten im engen Austausch.

Ein Sprecher der Migros betont zudem, dass die neuen Kisten stabiler seien. Dadurch gebe es weniger Produktschäden, was den Produzenten Kosten spare.

Für die Gemüse- und Obstbauern gibt es noch eine zweite schlechte Nachricht: Der Anbieter Ifco erhöht das Pfand für die Kisten der neuen Generation von 1.50 Franken auf 3.80 Franken pro Exemplar. Damit koste die Miete inklusive Pfand für einen Camion mit 33 Paletten schwarzen Kisten 90'000 Franken. Auch hier befürchten die Betriebe, dass die Detailhändler ihnen diese Mehrkosten nicht bezahlen werden. Das habe die Vergangenheit bereits gezeigt.

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