Sammelaktion: Migros-Amulette bringen Christen auf die Palme
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SammelaktionMigros-Amulette bringen Christen auf die Palme

Zum Auftakt von Animanca, der neusten Sammelaktion der Migros, verteilt der Grossverteiler mystische Tieramulette. Das sei «esoterisch», meinen die Freikirchen und laufen Sturm.

von
Cécile Blaser
In der neuen Sammelaktion Animanca verteilt die Migros mystische Tieramulette.

In der neuen Sammelaktion Animanca verteilt die Migros mystische Tieramulette.

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Das «Animanca-Entdecker-Jahr», wie die Migros ihre neuste Jahrespromotion nennt, wurde gerade erst ausgerufen – und schon hagelt es harsche Kritik. Der Grund: Bei der ersten Aktion «Entdecke die Tiere in dir» dreht sich alles um 48 magische Tieramulette, die jeweils für eine besondere Kraft oder Eigenschaft eines Tieres stehen.

«Mystische Steine, die das Tier und Kräfte in uns wecken? Tönt doch recht esoterisch», heisst es in einem Artikel auf Jesus.ch gestern. Fritz Imhof, der Mediensprecher des Verbands Evangelische Freikirchen Schweiz (VFG), ergänzt: «Der Glaube an die Kraft in Steinen ist ein Aberglaube, der klar der christlichen Tradition widerspricht.» Mit der mystisch angehauchten Aktion der Migros werde den Kindern vorgegaukelt, dass Glück und Kraft von einem Gegenstand abhängen. Das sei problematisch. Auch Alt-SVP-Nationalrat Theophil Pfister wettert: «Das ist klassische Esoterik, davon sollte man die Finger lassen.»

Den Unmut verärgerter Eltern hat die Migros bereits zu spüren bekommen. Bereits sind Beschwerdebriefe eingegangen. Die Migros wehrt sich: «Die Ani­manca-Tiersteine haben überhaupt nichts mit schwarzer Magie oder Esoterik zu tun», so Sprecherin Monika Weibel. Von den Animanca gehe garantiert keine Gefahr aus. Auch Psychologe Erhard Grieder meint: «Kinder identifizieren sich gerne mit Tieren, mit grossen Elefanten und starken Löwen, damit sie sich selber grösser und stärker fühlen. Diese spielerische Kompensationsmethode ist absolut normal.»

Migros rettet Buureradio

Das Buureradio ist gerettet: «Wir bleiben auf Sendung!», steht seit gestern auf der Website. Wie 20 Minuten erfahren hat, ist es die Migros, die dem Internetsender die nächsten Jahre als Sponsor unter die Arme greift. Damit ist die Pleite des von SVP-Chef Toni Brunner mit gegründeten Radios, das im Januar den Betrieb einstellen musste, abgewendet. Am 1. März wird es unter neuem Namen auf Sendung gehen. «Es bleibt ein Volksmusikradio, das voll auf Swissness setzt», verrät Alexander dal Farra, CEO der für den Betrieb verantwortlichen Firma DMD2. Der Kern des Teams werde der Gleiche sein. Wie viel Geld der Grossverteiler für «sein» Radio bezahlt, wird geheim gehalten. Klar ist: Der Betrieb kostet mehrere Tausend Franken pro Monat. Und das Radio will wachsen. Laut dem Grossverteiler passt das Radio ideal zum Engagement in der Landwirtschaft. «Es ist eine Win-Win-Situation», sagt Thomas Bornhauser von der Migros Aare. Man werde im Sender zwar stark präsent sein, betont er. «Redaktionell bleibt das Radio aber unabhängig.»

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