Detailhandel: Migros attackiert Aldi und Lidl

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DetailhandelMigros attackiert Aldi und Lidl

Herbert Bolliger attackiert Aldi und Lidl: Sie könnten ihre Versprechen punkto Qualität und Frische oft nicht halten, sagt der Migros-Konzernchef. Und will mit höheren Rabatten kontern.

von
ast

In Sachen Qualität und Frische lägen bei Aldi und Lidl «zum Teil Welten zwischen dem, was sie auf Plakaten versprechen, und der Realität im Laden», sagt Migros-Chef Herbert Bolliger im Interview mit der «Mittelland Zeitung».

Er wirft Aldi und Lidl vor, in gewissen Fällen Artikel unter den Einstandspreisen zu verkaufen, und spricht von «Lockvogel-Politik». Die Migros ihrerseits setze «auf noch aggressivere Aktionen» mit höheren Rabatten. Er mache sich regelmässig ein Bild von den Läden der Konkurrenz, besuche deren Filialen und prüfe deren Angebot. Einkaufen würde er aber ausschliesslich in der Migros.

In Krisenzeiten wie heute kauften die Konsumenten zwar nicht weniger, aber deutlich preisbewusster ein, sagt Bolliger. «In der Krise gibts dann Gehacktes statt Plätzli.» Erfreulich sehe es hingegen bei den M-Budget-Produkten aus: «Die haben seit Januar zwischen 4 und 5 Prozent zugelegt.» Auch der Discounter Denner habe seit Anfang Jahr rund 3 Prozent zugelegt.

Personalabbau

Die Migros wird aber 2009 das angestrebte Umsatzwachstum von 2 Prozent verpassen. Angesichts der Entwicklung im ersten Halbjahr geht Bolliger davon aus, «dass wir Ende Jahr weniger Leute beschäftigen werden». Er sieht Chancen, den Abbau über die natürliche Fluktuation vorzunehmen.

Chancen sieht Bolliger aber noch immer, in den Stammlanden von Aldi und Lidl Fuss zu fassen. Eine Migros-Expansion in Süddeutschland hält der Migros-Konzernchef trotz bisheriger Rückschläge prinzipiell für möglich. Allerdings seien gute Standorte rar und die Migros bleibe vorsichtig.

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