Aktualisiert 04.01.2013 16:29

Millionenbetrag

Migros Bank gibt Kunden Provisionen retour

Als erstes Finanzinstitut reagiert die Migros Bank auf das Bundesgerichtsurteil vom Oktober und gibt den Vermögensverwaltungskunden die Provisionen zurück. Auch die UBS will Kunden entschädigen.

von
sas
Migros-Bank-Chef Harald Nedwed gibt sich grosszügig.

Migros-Bank-Chef Harald Nedwed gibt sich grosszügig.

Die Migros Bank geht in die Offensive und zahlt den Kunden die Provisionen zurück, die das Institut aufgrund des Verkaufs von Finanzprodukten anderer Anbieter erhalten hatte. Hintergrund der «Grosszügigkeit» ist ein Urteil des Bundesgerichts vom vergangenen Herbst. Zudem hatte die Finanzmarktaufsicht die Banken dazu verpflichtet, ihre Kunden über zurückgehaltene Provisionen zu informieren.

Bei der Migros Bank fliessen dem «Beobachter» zufolge alle in den letzten zehn Jahren aufgelaufene Kickbacks an die Kunden zurück. Der Betrag beläuft sich auf total 4,2 Millionen Franken. In den Genuss einer Rückzahlung sollen 2800 Kunden mit Vermögensverwaltungsmandat kommen. Pro Kunde gibt es im Schnitt 1500 Franken. Die Migros Bank bestätigte entsprechende Recherchen der Konsumentenzeitschrift.

Laut Migros-Bank-Chef Harald Nedwed werden die Kunden mit Vermögensverwaltungsmandat unaufgefordert entschädigt. Die Migros Bank bildet für die Entschädigung ihrer Kunden Rückstellungen im Wert 4,2 Millionen Franken.

UBS zahlt nur für 2008

Auch die UBS wird Kunden Kickbacks zurückzahlen, allerdings nur für das Jahr 2008. Wer damals einen Vermögensverwaltungsvertrag gehabt hatte, habe grundsätzlich Anspruch auf Rückerstattung der Retrozessionen, erklärte ein UBS-Sprecher gegenüber dem «Beobachter».

Die Grossbank stellt sich auf den Standpunkt, bei Kickbacks handle es sich um jährlich wiederkehrende Gebühren. Damit würde im Gegensatz zum Auftragsrecht eine halb so lange Verjährungsfrist von nur fünf Jahren gelten. Jüngere Ansprüche streitet die UBS ab.

Mehrere hundert UBS-Kunden profitieren

Seit 2009 weist die UBS ihre Kunden in den Verträgen auf die Regelung von Vertriebsentschädigungen hin und informiert im Jahresendauszug über die Grössenordnung der Kickbachs.

Die Grossbank will in den nächsten Monaten mit mehreren hundert Kunden über die Art der Rückzahlung Gespräche führen. Über die Höhe der Beträge, die an die Kunden zurückfliessen, machte die UBS keine Angaben.

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