Kampf gegen Ladendiebstahl: Migros baut Schranken hinter den Selbstbedienungskassen ein
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Kampf gegen LadendiebstahlMigros baut Schranken hinter den Selbstbedienungskassen ein

In mehreren Migros-Filialen in Zürich müssen Kunden ihre Kassenbons nach dem Bezahlen an den Selbstbedienungskassen einscannen – sonst öffnen sich die Schranken nicht.

von
Karin Leuthold
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Bei rund fünf Prozent aller Migros-Filialen der Zürcher Genossenschaft dürfen Kunden und Kundinnen neuerdings erst den Laden verlassen, nachdem sie den QR-Code ihres Kassenbons an der Schranke eingelesen haben. 

Bei rund fünf Prozent aller Migros-Filialen der Zürcher Genossenschaft dürfen Kunden und Kundinnen neuerdings erst den Laden verlassen, nachdem sie den QR-Code ihres Kassenbons an der Schranke eingelesen haben. 

20min/Michael Scherrer
Denn, wie Zeitungen der CH Media berichten, hatten offenbar Ladendiebe und -diebinnen beim Detailhändler immer häufiger Waren unbezahlt mitgehen lassen.

Denn, wie Zeitungen der CH Media berichten, hatten offenbar Ladendiebe und -diebinnen beim Detailhändler immer häufiger Waren unbezahlt mitgehen lassen.

20min/News-Scout
In anderen Supermarktketten, wie etwa Lidl, sind Schranken nach dem Scanning-Bereich gängige Praxis.

In anderen Supermarktketten, wie etwa Lidl, sind Schranken nach dem Scanning-Bereich gängige Praxis.

Madeleine Schoder/Tamedia

Darum gehts

  • Immer häufiger werden bei der Migros Waren an den Selbstbedienungskassen gestohlen.

  • Der Detailhändler reagierte, indem er nun in mehreren Filialen Schranken installierte.

  • Bei Lidl gibt es das Kontrollsystem seit der Einführung der Self-Scan-Kassen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Dieser Spruch, der dem marxistischen Theoretiker und Politiker Wladimir Iljitsch Lenin zugeschrieben wird, dürfte die Leitung mehrerer Migros-Filialen in Zürich dazu ermutigt haben, Schranken nach den Selbstbedienungskassen zu installieren. Denn, wie Zeitungen der CH Media berichten, hatten offenbar Ladendiebe und -diebinnen beim Detailhändler immer häufiger Waren unbezahlt mitgehen lassen.

Kunden und Kundinnen dürfen bei rund fünf Prozent aller Migros-Filialen der Zürcher Genossenschaft neuerdings nur den Laden verlassen, nachdem sie den QR-Code ihres Kassenbons an der Schranke eingelesen haben. Erst dann öffnen sich die Schranken.

Grosse Akzeptanz bei der Kundschaft

Als erste Filiale baute die am Zürcher Albisriederplatz vor rund vier Monaten das Kontrollsystem ein. Wie gross die Verluste waren, will die Migros nicht sagen. Auch nicht, ob die installierten Schranken bereits Wirkung gezeigt haben. Das System sei «lediglich punktuell und im Sinne der Prävention und zur klaren Abgrenzung des Kassenbereichs im Einsatz», sagte eine Mediensprecherin zu CH Media. Die Lösung stosse in allen betroffenen Supermärkten auf grosse Akzeptanz.

In anderen Supermarktketten, wie etwa Lidl, sind Schranken nach dem Scanning-Bereich gängige Praxis. Eigentlich wurden diese mit der Einführung der Selbstbedienungskassen eingebaut. Die Erfahrungen mit dem Kontrollsystem seien positiv, erklärt ein Lidl-Sprecher. «Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase haben sich unsere Kundinnen und Kunden sehr schnell damit zurechtgefunden.» Den Verlust durch Diebstahl beziffert Lidl «im tiefen Nachkomma-Bereich». 

Wer erwischt wird, zahlt hohe Bussen

Ob die Kontrollen nach dem Self-Scan- und Checkout-Bezahlungsbereich die Anzahl Diebstähle reduzieren können, ist fraglich. Gemäss einer Studie aus dem Jahr 2018 steigt die Zahl der Diebstähle, je mehr Selbstbedienungskassen in einem Laden stehen. Daten der Videoanalyse von 72 Milliarden Euro an Transaktionen ergaben, dass rund 0,44 Prozent der Waren nicht eingescannt werden. 

Für erwischte Ladendiebe und -diebinnen lohnt sich der Betrug an den Selbstbedienungskassen allerdings nicht, wie zwei Beispiele aus dem Aargau zeigen: Ein Mann, der über einen Monat hinweg in der Migros Waren im Wert von 130 Franken durch eine Trickserei gestohlen hatte, bezahlte später eine Busse über 1040 Franken. Ähnlich ging es einer Frau, die ebenfalls die eingescannten Einkäufe vor dem Bezahlen wieder stornierte: 190 Franken hatte sie gestohlen, 1000 Franken kostete sie später der Streich.

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