Aktualisiert 24.06.2004 14:29

Migros erhöht das Rentenalter

Der Grossverteiler Migros erhöht für seine Angestellten das ordentliche Rentenalter von heute 62 auf 63 Jahre.

Die Delegierten der Migros-Pensionskasse (MPK) haben am Donnerstag einer entsprechenden Reglementsänderung zugestimmt. Die Gewerkschaften kritisierten die Änderung als unnötig und falsch.

Mit der Revision werde der höheren Lebenserwartung der Mitarbeitenden Rechnung getragen, rechtfertigt das Unternehmen den Schritt. Mit der Erhöhung des ordentlichen Rentenalters werde garantiert, dass die Versicherten auch in Zukunft eine volle und im Branchenvergleich grosszügige Leistung erhalten. Über 90 Prozent der Delegierten der Migros-Pensionskasse - sie bestehen zu zwei Dritteln aus Arbeitnehmervertretern und zu einem Drittel aus Arbeitgebervertretern - stimmten gemäss Mitteilung der Reglementsrevision zu.

Neben der Erhöhung des Rentenalters sieht die Revision auch eine Flexibilisierung des Rentenalters vor. Neu können die Migros-Arbeitnehmenden bereits ab dem 55. Lebensjahr in den Ruhestand treten, bislang war dies erst ab 57 Jahren möglich. Zudem haben sie künftig auch die Möglichkeit, ihre Pensionierung bis zum 65. Lebensjahr aufzuschieben. Mit dieser Flexibilisierung komme die Migros einem häufig geäusserten Wunsch der Mitarbeitenden entgegen, heisst es.

Unangetastet bleibt das Leistungsziel der Migros-Pensionskasse. Die Mitarbeitenden erhalten wie bis anhin 74 Prozent des versicherten Lohnes als Altersleistung. Damit liegt die Migros auch in Zukunft über dem BVG-Rentenobligatorium. Unverändert bleiben auch die Beiträge der Mitarbeitenden. Bei einer frühzeitigen Pensionierung ab dem 55. Lebensjahr verringert sich die Leistung für den Versicherten um 0,15 Prozent pro Monat beziehungsweise 1,8 Prozent pro Jahr.

Das revidierte Reglement tritt per 1. Januar 2005 in Kraft. Für alle Mitarbeitenden ab 57 Jahren gilt während einer Übergangsfrist von fünf Jahren noch das alte Reglement.

Die Gewerkschaften VHTL und unia bezeichneten die Rentenerhöhung als unnötigen Schritt in die falsche Richtung. Bei der Migros sei die Belastung der Beschäftigten sehr gestiegen. Der Altersrücktritt mit 62 Jahren sei deshalb ein wichtiges Bedürfnis der Angestellten. Die bisherige Regelung hätte aus finanzieller Sicht problemlos weitergeführt werden können, zumal die Migros für die Finanzierung der Übergangsrenten 334 Millionen Franken zurückgestellt habe. Der Entscheid der MPK-Delegierten sei über die Köpfe der Beschäftigten hinweg erfolgt, kritisierten die Gewerkschaften weiter. Und der flexible Altersrücktritt sei kein Ersatz für die Erhöhung des Rentenalters. Denn ohne Übergangsrente und mit entsprechender Rentenkürzung werden sich gemäss den Gewerkschaften nur die Gutverdienenden eine vorzeitige Pension leisten können. (dapd)

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