Ernährungs-Ranking: Migros führt Nutri-Score für alle Eigenmarken ein
Aktualisiert

Ernährungs-RankingMigros führt Nutri-Score für alle Eigenmarken ein

Migros hat angekündigt, für alle Eigenmarken im Food-Bereich den Nutri-Score zu nutzen. Er soll anzeigen, ob ein Produkt gesund ist oder nicht. Die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen jubelt.

von
Marcel Urech
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Der Nutri-Score (unten links) auf einem Cornatur-Produkt der Migros.

Der Nutri-Score (unten links) auf einem Cornatur-Produkt der Migros.

Migros

Darum gehts

  • Nach Nestlé und Danone nutzt nun auch Migros den Nutri-Score.

  • Er soll zeigen, ob ein Produkt gesund ist oder nicht.

  • Coop und weitere Unternehmen könnten bald folgen.

Migros will bis 2025 auf allen Eigenmarken im Food-Bereich einen Nutri-Score ausweisen. Per Juni 2021 komme das Brot-Sortiment hinzu, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Es integrierte Mitte März bereits eine Nährwertampel auf seiner Website. Der Nutri-Score soll diese nun ergänzen und anzeigen, ob ein Produkt gesund ist oder nicht: «A» ist die Bestnote und gesund, «E» die schlechteste Note und ungesund.

Den Nutri-Score nutzt Migros bereits seit August 2020. Allerdings nur testweise auf den Verpackungen der Eigenmarken Cornatur und Pelican. «Wichtig ist, dass der Nutri-Score keine absolute Bewertung ist», schreibt Migros. Er sei bloss eine Orientierungshilfe, die helfe, ähnliche Lebensmittel miteinander zu vergleichen.

Die Stiftung Warentest kritisierte den Nutri-Score letztes Jahr scharf. Fruchtzwerge würden nach dem Ranking ein «B» in der Gesamtbewertung erhalten. Das sei wenig sinnvoll. Ein «B» bedeute nämlich, dass ein Produkt zum regel­mässigen Verzehr geeignet sei. «Alle Kenn­zeichnungs­systeme haben Lücken, auch der Nutri-Score», heisst es auf der Webite von Stiftung Warentest. Positive Inhalts­stoffe wie Omega-3-Fett­säuren und Vitamine würden gar nicht in die Bewertung einfliessen. Für die Verbraucher sei zudem nicht transparent, wie die Berechnung des Scores zustande komme. Sie müssten sich darüber mühsam im Internet informieren.

Weitere Unternehmen werden folgen

Konsumentenschützer jubeln in einer Mitteilung trotzdem. «Das bringt die freiwillige Nährwertkennzeichnung in der Schweiz einen entscheidenden Schritt weiter», schreibt die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen. Sie kämpfte laut eigenen Angaben «über zehn Jahre lang» für die Einführung einer verständlichen Nährwertkennzeichnung. Hinter der Allianz stehen die «Fédération romande des consommateurs», die «Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana» und der Konsumentenschutz.

Laut einer Umfrage der Allianz wollen auch Bofrost, Fleury Michon, McCain, Brossard, Alpro und Harry Brot den Nutri-Score in der Schweiz einsetzen. Gouters magique, Barilla, PepsiCo und Unilever äusserten sich hingegen noch zurückhaltend. Kellogg’s antwortete nicht auf die Anfrage. Und Nestlé und Danone sprachen sich bereits im letzten Jahr für den Nutri-Score aus. Coop werde Ende April kommunizieren, ob man mitmache oder nicht. Bislang nutzt das Unternehmen den Nutri-Score nur auf der vegetarischen Délicorn-Linie. Auch Frankreich und Deutschland verwenden das System.

Was ist der Nutri-Score?

Der Nutri-Score zeigt auf einer Skala von Rot bis Grün an, wie ausgewogen ein verarbeitetes Lebensmittel zusammengesetzt ist. Zucker, Salz, Energie oder gesättigte Fettsäuren werden mit Zutaten wie Früchte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, gewissen Ölen, Nahrungsfasern und Eiweisse verrechnet. Der Score basiert auf einer wissenschaftlichen Formel. Er soll helfen, ähnliche Lebensmittel miteinander zu vergleichen.

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