Zusätzlicher Service: Migros lässt Kunden Körbli mit Desinfektionstüchern putzen
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Zusätzlicher ServiceMigros lässt Kunden Körbli mit Desinfektionstüchern putzen

Nur Desinfektionsmittel ist nicht genug: Die Migros hat in einigen Filialen zusätzlich Spender mit Tüchern aufgestellt dazu, die Wägeli und Körbli zu desinfizieren. Die Konkurrenz verzichtet darauf.

von
Fabian Pöschl
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Neu bei der Migros: Desinfektionstücher-Spender in ausgesuchten Filialen.

Neu bei der Migros: Desinfektionstücher-Spender in ausgesuchten Filialen.

Leserreporter
Die Desinfektionstücher sind ein zusätzlicher Service auf Kundenwunsch, wie ein Migros-Sprecher sagt. Hand-Desinfektion gebe es weiterhin.

Die Desinfektionstücher sind ein zusätzlicher Service auf Kundenwunsch, wie ein Migros-Sprecher sagt. Hand-Desinfektion gebe es weiterhin.

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Zudem würden die Mitarbeiter die Einkaufskörbli und -wägeli weiterhin reinigen.

Zudem würden die Mitarbeiter die Einkaufskörbli und -wägeli weiterhin reinigen.

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Darum gehts

  • In manchen Migros-Filialen gibt es neu Desinfektionstücher für die Körbli und Wägeli.
  • Das Personal desinfiziert diese aber weiterhin, die Tücher sind laut Migros ein zusätzlicher Service.
  • Die Konkurrenz verzichtet darauf.

Beim Lebensmitteleinkauf in der Corona-Krise ist das Handdesinfektionsmittel allgegenwärtig. Am Eingang fast jedes Ladens findet sich die alkoholhaltige Flüssigkeit. In manchen Filialen der Migros Zürich können sich Kunden seit den vergangenen Wochen zudem auch mit Desinfektionstüchern für Körbli und Wägeli bedienen.

Die Tücher seien ein zusätzlicher Service zum Desinfektionsmittel, den die Migros Zürich in einzelnen Filialen auf Kundennachfrage anbiete, sagt ein Sprecher zu 20 Minuten. «Die Einkaufskörbe und -wagen werden aber weiterhin von den Mitarbeitern gereinigt.»

Coop setzt auf Handschuhe, Experte winkt ab

Andere Lebensmittelhändler geben keine Desinfektionstücher ab. Aldi Suisse und Lidl Schweiz setzen auf das flüssige Mittel. Ausserdem werden die Mitarbeiter angehalten, die Wägeli und Körbli sowie weitere exponierte Flächen regelmässig zu reinigen und zu desinfizieren, wie die Sprecher der Unternehmen sagen.

Auch Coop intensivierte die Reinigung der Körbli und Wägeli sowie weiterer Oberflächen. Zudem setzt das Unternehmen auf Desinfektionsmittel sowie Einweghandschuhe, wie ein Sprecher zu 20 Minuten sagt (siehe Video unten).

Andreas Widmer, Leiter der Spitalhygiene am Unispital Basel, riet allerdings schon im April von Handschuhen ab. «Im besten Fall schützt man sich selbst. Weil man sich aber sicher fühlt, fasst man alles an und riskiert so Viren zu verschleppen, mit denen sich andere anstecken.» Auch würden viele die zwingend notwendige Händedesinfektion nach dem Tragen der Handschuhe vergessen.

Pilotprojekt

Rolltreppen mit UV-Bestrahlung

Am Flughafen Zürich setzen die Betreiber auf UV-Bestrahlung zur Desinfektion der Rolltreppen. Dabei bestrahlt ein Modul der Schweizer Firma Schindler die Handläufe der Rolltreppen mit keimtötendem UV-C-Licht. Nach der Desinfektion sind die Handläufe der Rolltreppen laut Schindler zu 99,9 Prozent frei von Keimen. Allerdings sind wissenschaftliche Studien dazu noch Mangelware. Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz warnt davor, UV-Licht am Körper einzusetzen, wie dies US-Präsident Donald Trump im April empfahl und dafür Kritik erntete. Da UV-Strahlen schädlich für Haut und Augen sind, bestrahlt das Modul von Schindler die Handläufe der Rolltreppe unter der Oberfläche. In Deutschland ist die Lösung bereits an mehreren Bahnhöfen im Einsatz.

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