07.04.2020 06:51

Krisenorganisation

Migros stellt Mitarbeitern Passierscheine aus

Migros-Angestellte haben einen Passierschein erhalten. Dieser soll bei einer möglichen Ausgangssperre zum Einsatz kommen. Laut Bund ist der Schein rechtlich nicht haltbar.

von
bsc
1 / 8
Mit diesem Schreiben sollen sich Migros-Mitarbeiter bei einer möglichen Ausgangssperre ausweisen, damit sie weiterhin zur Arbeit erscheinen dürfen.

Mit diesem Schreiben sollen sich Migros-Mitarbeiter bei einer möglichen Ausgangssperre ausweisen, damit sie weiterhin zur Arbeit erscheinen dürfen.

Die Migros gibt keine Auskunft zum Schreiben: «Wir sprechen erst über zu treffende Massnahmen, wenn diese tatsächlich auch umgesetzt werden müssen», heisst es auf Anfrage.

Die Migros gibt keine Auskunft zum Schreiben: «Wir sprechen erst über zu treffende Massnahmen, wenn diese tatsächlich auch umgesetzt werden müssen», heisst es auf Anfrage.

Keystone/Alessandro Della Bella
Das Unternehmen treffe intensive Vorkehrungen für verschiedene Eventualitäten. Im Vordergrund stehe dabei der Schutz unserer Mitarbeitenden und auch der Kunden.

Das Unternehmen treffe intensive Vorkehrungen für verschiedene Eventualitäten. Im Vordergrund stehe dabei der Schutz unserer Mitarbeitenden und auch der Kunden.

Keystone/Alexandra wey

«Falls der Bundesrat über eine Ausgangssperre verfügt, benötigen Sie einen Passierschein, damit Sie zur Arbeit reisen können», mit diesen Worten bereitet die Migros ihre Mitarbeiter auf eine mögliche Ausgangssperre vor. Ob diese in Kraft trete, sei aber noch nicht bekannt, heisst es weiter. Das Schreiben stammt vom 2. April.

Die Migros gibt keine Auskunft zum Passierschein. «Wir sprechen erst über zu treffende Massnahmen, wenn diese tatsächlich auch umgesetzt werden müssen», heisst es auf Anfrage. Die Situation rund um die Ausbreitung des Coronavirus werde sehr ernst genommen.

Das Unternehmen treffe intensive Vorkehrungen für verschiedene Eventualitäten. Dabei stehe der Schutz der Mitarbeitenden und der Kunden im Vordergrund. Zudem sei die Krisenorganisation dafür besorgt, dass die Migros-Gruppe ihrem Versorgungsauftrag, inklusive Produktion und Logistik, gerecht werde.

Passierscheine sind rechtlich nicht haltbar

Mit der Angst vor einer möglichen Ausgangssperre steht die Migros nicht allein da: Bereits Ende März haben die Zürcher Verkehrsbetriebe VBZ ihren Chauffeuren einen Passierschein zukommen lassen. Dieser soll im Falle einer Ausgangssperre erlauben, dass die Chauffeure weiterhin nach draussen gehen dürfen.

Laut Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL gibt es aber keinen Passierschein, der rechtlich gültig ist. Sollte es zu einer Ausgangssperre kommen, können Unternehmen natürlich ihren Arbeitnehmern eine solche Bescheinigung mitgeben, wie es Migros plant. Aber diese habe keine rechtliche Wirkung, betont das BWL.

Keine Weisungen zu möglicher Ausgangssperre

Das BAG gebe Arbeitgebern weder Weisungen noch Vorschläge zu diesem Thema, wie es auf Anfrage heisst. Auch beim Arbeitgeberverband sind Massnahmen zu einer möglichen Ausgangssperre bislang noch kein Thema.

«Wir arbeiten im Moment zusammen mit anderen Verbänden daran, die Wirtschaft wieder stufenweise anzukurbeln», sagt Fredy Greuter, Sprecher des Arbeitgeberverbandes. Man wolle den Menschen, denen Arbeitslosigkeit und Verschuldung droht, eine Perspektive geben.

Bleiben Sie über Wirtschaftsthemen informiert

Wenn Sie die Benachrichtigungen des Wirtschaftskanals abonnieren, bleiben Sie stets top informiert über die Entwicklungen der Business-Welt. Erfahren Sie dank des Dienstes zuerst, welcher Boss mit dem Rücken zur Wand steht oder ob Ihr Job bald durch einen Roboter erledigt wird. Abonnieren Sie hier den Wirtschafts-Push (funktioniert nur in der App)!

Social Media

Sie finden uns übrigens auch auf Facebook, Instagram und Twitter!

Fehler gefunden?Jetzt melden.