Migros: Migros unterbindet Handel mit Cumulus-Coupons
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MigrosMigros unterbindet Handel mit Cumulus-Coupons

Die Migros personalisiert einen Teil der Cumulus-Coupons. Das Mehrfachpunkten dank Coupons von Freunden ist damit zu Ende. Ein Grund fürs Vorgehen: Die Rabattmarken werden verkauft.

von
Sandro Spaeth
Die Migros zählt bei ihrem Cumulus-Bonus-Programm rund 2,8 Millionen Mitglieder.

Die Migros zählt bei ihrem Cumulus-Bonus-Programm rund 2,8 Millionen Mitglieder.

«Cumulus?», fragt die Verkäuferin an der Migros-Kasse, worauf viele Kunden ihre blaue Karte zücken. Oft geben sie zudem einen Gutschein fürs Mehrfachpunkten ab. Die Punkte sind Geld wert, denn pro 500 Stück gibt es alle zwei Monate einen Bon im Wert von 5 Franken.

Um die Kunden an sich zu binden, gewährt die Migros bei Einkäufen ab 100 Franken einen Zweifach-Bonus-Coupon, ab 500 Franken einen fürs fünffache Punkten, den die Kassiererin ausdruckt und dem Kunden mitgibt. Diese Bons können beim nächsten Einkauf eingelöst werden. Doch sie wurden unter den 2,8 Millionen Cumulus-Mitgliedern rege weitergegeben.

Nun hat der Detailhändler diesem Vorgehen einen ersten Riegel geschoben. «Die Migros hat den Bonus-Coupon, den ich von meiner Mutter erhielt, nicht akzeptiert», erzählt Leser M.K. aus Z. Die Kassiererin teilte dem Kunden mit, der Coupon müsse zur eingesetzten Cumulus-Karte passen. Auf Nachfrage von 20 Minuten heisst es bei der Migros, dass die Bonus-Coupons grundsätzlich bereits bei der Einführung vor über einem Jahr persönlich gewesen seien. «Fremdeinlösungen können wir technisch aber erst seit diesem Sommer unterbinden», sagt Sprecherin Monika Weibel.

Fairness dank personalisierten Bons?

Von den Prämien sollten laut Migros ausschliesslich jene Personen profitieren können, die auch für den entsprechenden Betrag eingekauft hätten. Der Bonus-Coupon funktioniert nur innerhalb des gleichen Haushalts, sofern alle die gleiche Cumulus-Nummer benützen. Ein Dorn im Auge dürfte dem Detailhändler sein, dass die Mehrfach-Punkte-Coupons auch auf Onlineplattformen wie Ricardo.ch verkauft werden. «Mit der Personalisierung soll grundsätzlich der Missbrauch mit Coupons eingedämmt und somit mehr Fairness für alle Kunden erreicht werden», sagt Weibel.

Wird die Migros die Personalisierung darum noch ausweiten? Das Cumulus-Programm werde sich in Zukunft der modernen Technik anpassen, teilt die Migros mit. Will heissen, dass ein Teil der Coupons künftig digitalisiert wird und beispielsweise auf den Smartphones der Cumulus-Besitzer landet. «Das muss aber nicht unbedingt bedeuten, dass in Zukunft noch mehr Coupons persönlich sind», sagt Migros-Sprecherin Weibel. Mehrfachbons zum Ausschneiden aus dem Migros-Magazin oder anderen Zeitungen sind laut Migros nie persönlich, ebenso die blauen Cumulus-Bons, die alle zwei Monate für die gesammelten Punkte ausbezahlt werden und wie Bargeld eingelöst werden.

Coupon-Handel als Randphänomen

Ein Treueprogramm hat mit Supercard auch Coop. Der Detailhändler zählt laut eigenen Angaben 3,2 Millionen aktive Supercard-Konten. Auch hier werden im Rahmen von Promo-Aktionen den Kunden bei Einkäufen ab 50 oder 100 Franken Bons zum Mehrfachpunkten abgegeben. «Alle physischen Coupons sind nicht persönlich und es ist nicht geplant, daran etwas zu ändern», sagt Coop-Sprecher Ramon Gander. Personalisiert seien nur die digitalen Bons, die Supercard-Teilnehmer einmal pro Woche auf ihre App geschickt erhalten.

Dass die Supercard-Bons auch auf Online-Plattformen landen, kommentiert Coop so: Gemessen an der Gesamtzahl eingelöster Bons handle es sich um ein Randphänomen, zudem seien die Bons an einen Einkauf gekoppelt. «Für Coop spielt es keine Rolle, wer den Bon einlöst und den damit verbunden Einkauf tätigt», sagt Gander.

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