04.12.2019 20:52

«Rohstoffmangel»Migros verkauft Butter aus dem Ausland

Ein Kleber informiert derzeit die Kunden der Migros darüber, dass die Kochbutter aus dem Ausland stammt. Kritik hagelt es vom Zürcher Bauernverband.

von
dmo
1 / 4
Die Kochbutter der Migros, die sie von Cremo bezieht, kommt zurzeit aus dem Ausland.

Die Kochbutter der Migros, die sie von Cremo bezieht, kommt zurzeit aus dem Ausland.

Facebook/Natur Talent
Die Lage wird sich laut dem Detailhändler in etwa drei Wochen normalisiert haben. (Symbolbild)

Die Lage wird sich laut dem Detailhändler in etwa drei Wochen normalisiert haben. (Symbolbild)

Keystone/Steffen Schmidt
Bis dahin können Kunden aber weiter beispielsweise die M-Budget-Butter kaufen. Diese stammt aus 100 Prozent Schweizer Produktion.

Bis dahin können Kunden aber weiter beispielsweise die M-Budget-Butter kaufen. Diese stammt aus 100 Prozent Schweizer Produktion.

Keystone/Gaetan Bally

«Rohstoffmangel – Produktionsland vorübergehend EU»: Diese Aufschrift trägt ein blauer Sticker, der im Moment auf der Kochbutter der Migros klebt. Natur Talent postete ein entsprechendes Bild der Butter auf Facebook.

Tristan Cerf, Mediensprecher des Schweizer Dteailhändlers, bestätigt auf Anfrage von 20 Minuten, dass die verkaufte Kochbutter, die man beim Milchverarbeiter Cremo beziehe, zurzeit aus dem Ausland stamme. Die Rohstoffe kämen aus Deutschland und Belgien.

«Es handelt sich dabei aber nur um rund 0,1 Prozent der jährlichen Produktionsmenge. Die Situation sollte sich in etwa drei Wochen wieder normalisiert haben», so Cerf. Die Kunden seien jedoch nicht gezwungen, die Butter aus dem Ausland zu kaufen. «Unsere M-Budget-Butter beispielsweise ist noch immer ein zu 100 Prozent schweizerisches Produkt.»

Kritik vom Zürcher Bauernverband

Am Begriff «Rohstoffmangel» stört sich derweil Ferdi Hodel. «Der Rohstoff Milch aus Schweizer Produktion ist noch genügend vorhanden», sagt der Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbands. «Das Problem sah man schon im September kommen. Dass die Migros jetzt Butter aus dem Ausland verkauft, liegt daran, dass man zu wenig Anreize geschaffen hat, die heimische Milch zu verbuttern, oder die Grossverteiler im Sommer zu wenig Mengen disponiert haben», so Hodel.

Zudem glaubt er nicht, dass eine importierte Butter gleich gut verkauft wird wie einheimische. «Die Kunden wollen regionale, in der Schweiz produzierte Produkte.» Hodel hofft nun, dass endlich ein Umdenken stattfindet und die hiesigen Bauern ihre Milch kostendeckend produzieren können.

Mirgros-Mediensprecher kontert

Mediensprecher Cerf kontert Hodels Aussage. «Wir budgetieren jeweils Ende Jahr die im nächsten Jahr erwarteten Mengen mit unseren Lieferanten. Leider haben einige die Budgets nicht eingehalten.» Und weiter: Das Milchfett (Rahm, Butter) sei zurzeit sehr knapp, die Butterlager seien leer, die Versorgung erfolge auf der Basis der laufenden Milch-Einlieferungen. «Die Milchproduktion liegt – gemäss offizieller Quelle (TSM) – im Jahr 2019 kumuliert 1,6 Prozent respektive 43 Millionen Kilogramm unter dem Vorjahr», ergänzt Cerf.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.