Nach Coop-Fleischskandal: Migros verkaufte abgelaufenes Fleisch
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Nach Coop-FleischskandalMigros verkaufte abgelaufenes Fleisch

Jetzt auch die Migros: Wie der «Kassensturz» aufdeckte, wurde beim zweiten Detailriesen ebenfalls abgepacktes Fleisch ausgepackt und an der Frischfleisch-Theke angeboten.

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feb
Bei der Migros darf ab sofort kein Fleisch mehr aus der Selbstbedienung ausgepackt und an der Frischfleischtheke verkauft werden. (Symbolbild Keystone)

Bei der Migros darf ab sofort kein Fleisch mehr aus der Selbstbedienung ausgepackt und an der Frischfleischtheke verkauft werden. (Symbolbild Keystone)

Nach dem «Fleisch-Bschiss» bei Coop gerät nun auch die Migros in die Schlagzeilen. Wie der «Kassensturz» am Dienstag berichtete, wurde auch bei der Migros Fleisch ausgepackt und an der Frischfleischtheke verkauft - selbst Tage nach dem Ablauf des Verbrauchdatums.

Zwei Migros-Filialen seien betroffen. Eine Migros-Verkäuferin aus dem Aargau sagte gegenüber dem «Kassensturz», sie hätte regelmässig abgelaufenes Pouletfleisch an den Mann bringen müssen. Die Kunden hätten sich zum Teil beschwert, weil das Fleisch schleimig gewesen sei.

Der Chef habe ihr auch befohlen, abgepacktes Fleisch nach Ablauf des Verbrauchdatums im Regal liegen zu lassen. Alle Packungen seien verkauft worden. Das habe sich vor drei Jahren abgespielt.

«Es waren absolute Ausnahmen»

Migros-Sprecher Urs Peter Naef bestätigte in der Sendung die Verstösse: «Wir wissen von zwei oder drei Fällen, wo es passiert ist. Dort hatte es entsprechende Konsequenzen.» Im Kanton Aargau sei der Chefmetzger abgesetzt worden. Laut der Migros waren dies aber absolute Ausnahmefälle. Es gebe keine Boni und deshalb auch keine «Anreizsysteme», solche Verstösse zu begehen. Bei Coop ist dies anders. Dort ist die Erfolgsbeteiligung unter anderem davon abhängig, wie viel Fleisch weggeworfen werden muss.

Das Auspacken von Fleisch war bei den meisten Migros-Genossenschaften schon länger verboten. Ab sofort gilt jedoch bei allen Genossenschaften die Nulltoleranz. Dies teilte die Migros dem «Kassensturz» in einem Schreiben mit. Nulltoleranz bedeute: Es darf kein Fleisch mehr aus der Selbstbedienung ausgepackt und an der Frischfleischtheke verkauft werden.

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