Bauklötzchen: Migros verteilt bei Sammelspass Lego-Kopien
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BauklötzchenMigros verteilt bei Sammelspass Lego-Kopien

Die Migros setzt bei der jüngsten Sammelaktion auf Bausteine, die aussehen wie Lego. Sie stammen aber nicht vom dänischen Original, sondern von einem Hersteller aus China.

von
lin
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An der Migroskasse wird zurzeit nicht nur nach der Cumulus-Karte gefragt, sondern auch, ob man Bauklötzchen sammelt.

An der Migroskasse wird zurzeit nicht nur nach der Cumulus-Karte gefragt, sondern auch, ob man Bauklötzchen sammelt.

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Bei der jüngsten Sammelaktion können Kinder eine eigene Migros-Filiale bauen.

Bei der jüngsten Sammelaktion können Kinder eine eigene Migros-Filiale bauen.

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Die passenden Produkte liefert die Migros ebenfalls mit.

Die passenden Produkte liefert die Migros ebenfalls mit.

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Regelmässig führen die beiden Grossverteiler Migros und Coop Sammelaktionen für Kinder durch. Die Migros setzt seit 2008 auf dieses Kundenbindungsmittel, Coop seit 2013. Das Basler Unternehmen verteilte jüngst etwa Emoji-Figuren mit Saugnäpfen. Bei der neusten Mania, so nennt die Migros ihre Aktionen, gibt der Detailhändler bei einem Einkauf ab 20 Franken kleine Plastikfiguren und Bausteine ab. Das Ziel: Eine eigene Filiale bauen und mit Migros-Produkten einrichten.

Die Bausteine sehen aus wie Lego, sind aber eine Kopie eines chinesischen Herstellers. «Wir haben uns nach einer vertieften Evaluation für Banbao entschieden», heisst es bei der Migros dazu. Im regulären Sortiment führt die Migros keine Banbao-Produkte. In den Regalen stehen die Original-Lego.

Klötzchen wurden in England erfunden

Doch dürfen Firmen die Legosteine einfach so kopieren? Lego geht immer wieder juristisch gegen Nachahmerprodukte vor – auch gegen jene von Banbao. Allerdings geht es dabei meist um das Verpackungsdesign oder neuere Produkte und nicht um die Plastiksteine. Denn der ikonische Lego-Stein ist nicht mehr patentgeschützt. 2010 entschied etwa der Europäische Gerichtshof, dass die Form der Steine aus technischen Gründen gewählt wurde und kein eigentliches Markenzeichen sei. Die ersten Lego-Patente waren bereits in den 1970er-Jahren ausgelaufen.

Lego seinerseits hatte die Form der Plastiksteine nicht selbst erfunden. Vielmehr wurden die sogenannten Klemmbausteine von der britischen Firma Kiddicraft entwickelt und bereits in den 1940er-Jahren produziert. 1947 patentierte die Firma das Spielzeug in Grossbritannien, Frankreich und der Schweiz.

Steine sind «Lego-kompatibel»

Lego begann danach, die Bausteine für den dänischen Markt zu produzieren und änderte das Design leicht: Um die Stabilität zu erhöhen, wurden ab 1958 kleine Plastikröhrchen im Innern der Blöcke angebracht. Als Lego damit begann, die Steine auch ausserhalb von Dänemark zu verkaufen, ging Kiddicraft gegen die Firma vor. Nach einigen juristischen Streitereien kaufte Lego in den späten 1960er-Jahren die Patente von Kiddicraft. Seither sind die Plastikklötze unzertrennbar mit Lego verbunden.

Der Name Lego ist auch auf den Säckchen, die die Migros bei ihrer Mania den Kunden abgibt, präsent. Nämlich mit dem Hinweis, dass die Steine «Lego-kompatibel» sind. Die Sammelaktion der Migros dauert noch rund eineinhalb Monate.

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