Ausgebräunt: Migros verzichtet in Fitnesstudios auf Solarien
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AusgebräuntMigros verzichtet in Fitnesstudios auf Solarien

Den Trend gibts schon länger: Immer weniger Leute besuchen ein Solarium. Die Migros reagiert in ihren Fitnessstudios Aktiv Fitness und Silhouette.

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gux
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Die Migros verzichtet fortan auf Solarien in ihren 40 Fitnessstudios von Activ Fitness. Bereits ...

Die Migros verzichtet fortan auf Solarien in ihren 40 Fitnessstudios von Activ Fitness. Bereits ...

ActivFitness.ch
... existierende Sonnenbanken bleiben allerdings in Betrieb (Symbolbild).

... existierende Sonnenbanken bleiben allerdings in Betrieb (Symbolbild).

AP/Roberto Pfeil
Das Geschäft mit der künstlichen Bräune dürfte durch ein neues Gesetz noch weiter belastet werden: Die Wartung von Solarien soll strenger kontrolliert und der Solarium-Besuch von Minderjährigen verboten werden. Der Bundesrat reagiert damit auf eine Warnung der WHO: Die starke ultraviolette Strahlung von Solarien kann erwiesenermassen Hautkrebs verursachen.

Das Geschäft mit der künstlichen Bräune dürfte durch ein neues Gesetz noch weiter belastet werden: Die Wartung von Solarien soll strenger kontrolliert und der Solarium-Besuch von Minderjährigen verboten werden. Der Bundesrat reagiert damit auf eine Warnung der WHO: Die starke ultraviolette Strahlung von Solarien kann erwiesenermassen Hautkrebs verursachen.

AP/Daniel Roland

Die Nachfrage nach einem braunen Teint von der Sonnenbank sei «schlicht nicht mehr da», sagt Migros-Sprecher Franceso Laratta zur «Sonntagszeitung» (Printausgabe). Deswegen verzichtet die Migros fortan auf Solarien in ihren 40 Fitnessstudios Activ Fitness. Bereits existierende Sonnenbanken bleiben allerdings in Betrieb.

Falls jedoch Reparaturen oder Anpassungen notwendig sind, würden die Bräunungsapparate aus dem Verkehr gezogen. Das gelte auch für die Studios von Silhouette, die Activ Fitness übernommen hat, so Sprecher Laratta.

Der Bräunungs-Boom ist vorbei

Der Entscheid der Migros passt zum sich ohnehin abzeichnenden Trend: Es gibt immer weniger Sonnenstudios in der Schweiz. In den letzten vier Jahren verschwand bereits ein Viertel aller Studios. Heute gibt es gemäss «Sonntagszeitung» noch rund 600 im Land.

Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts GFS haben 6 von 10 Schweizern noch nie ein Solarium besucht. 30 Prozent geben an, nach früheren Besuchen nicht mehr ins Solarium zu gehen.

Kommt ein neues Gesetz dazu, das das Geschäft der künstlichen Bräune weiter belasten dürfte. So soll die Wartung von Solarien strenger kontrolliert und der Solarium-Besuch von Minderjährigen verboten werden. Hier werde mit Kanonen auf Spatzen geschossen, findet Heinz Wolf, Präsident des Solariumverbandes Photomed. Immerhin würden weniger als ein Prozent der Jugendlichen Solarien besuchen.

Mit seinem Vorstoss reagiert der Bundesrat auf Warnungen der Weltgesundheitsorganisation WHO, wonach die starke ultraviolette Strahlung von Solarien erwiesenermassen Hautkrebs verursachen könne.

Laut dem Bundesamt für Gesundheit BAG gehen 5,4 Prozent der Melanomerkrankungen auf Solarien zurück. Bei Männern sind es 3,7 Prozent, bei Frauen 6,9 Prozent. Auf die Schweiz bezogen, bedeute dies, dass jährlich 51 Männer und 90 Frauen wegen Solariumbesuchen an Hautkrebs erkranken. 14 Männer und 19 Frauen sterben deswegen.

Das Gesetz soll in der ersten Hälfte 2019 in Kraft treten.

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