Sammel-Figuren: Migros zielt erneut auf Kinderherzen
Aktualisiert

Sammel-FigurenMigros zielt erneut auf Kinderherzen

Migros wirbt mit Nanos. Die Figürchen sollen die Kinder an die Kassen locken. Experten sind jedoch skeptisch.

von
Valeska Beck
Neue Migros-Figürchen: Die Nanos. (Migros)

Neue Migros-Figürchen: Die Nanos. (Migros)

Die Migros umgarnt wieder einmal die Kinder: Nach Stickern, Murmeln und Co. sind es seit dieser Woche die Nanos, die Eltern und ihre Sprösslinge ab einem Einkauf von 20 Franken mit auf den Heimweg bekommen. ­Nanomania ist bereits die fünfte Migros-Marketingkampagne für Kinder ­innerhalb von zweieinhalb Jahren.

Wie viel Mehrumsatz solche Aktionen in die Kassen spülen, gibt Migros-Sprecherin Monika Weibel nicht preis. Sie räumt ein, dass der Detailhandelsriese solche Kampagnen aber nicht aus reiner Kinderliebe lanciert: «Klar ist dies ein Marketinginstrument, das die Kundenfrequenz hoch hält und gleichzeitig die Kinder erfreut.»

Keine Freude an solchen Aktionen hat hingegen Wirtschafts- und Sozialpsychologe Christian Fichter von der Kalaidos Fachhochschule Wirtschaft in Zürich. «So etwas ist nett gesagt raffiniert, böse gesagt perfide», meint er. Kinder hätten im Gegensatz zu Erwachsenen noch keine aus­gereifte Impulskontrolle und liessen sich deshalb besonders schnell von Werbung mani­pulieren. «Und wegen des Quengel-Effekts sind die Eltern dann gezwungen, in den Laden zu gehen und den Hype mitzumachen.»

Fichter stösst sich zudem an den horrenden Summen, die Detailhändler für Kin­derwerbung investieren. Das sei überflüssig und bringe gar nichts für die Wertschöpfung in der Schweiz. «Die Detail­listen sollten sich lieber um Preissenkungen kümmern.»

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