Münchner Schläger: Mike B. will weiterkämpfen
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Münchner SchlägerMike B. will weiterkämpfen

Der Münchner Schlägerprozess wird ein Fall für den deutschen Bundesgerichtshof: Der Hauptangeklagte Mike B. zieht das Urteil weiter, seine Kollegen hingegen nicht.

von
amc

Sieben Jahre hinter Gitter sind für Mike B. zu viel: Der Hauptangeklagte im Schlägerprozess von München zieht das Urteil vom Landgericht München weiter. Er akzeptiert die Haftstrafe wegen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung nicht. Der Schlägerprozess wird damit zum Fall für den deutschen Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Mike B. sei der einzige gewesen, der fristgerecht Revision eingelegt habe, sagte eine Justizsprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. Die Revisionsfrist war am Montag um Mitternacht abgelaufen. Der Anwalt des Jugendlichen hatte das Gericht bereits nach dem Urteil kritisiert, weshalb die Berufung nahe lag.

Die beiden anderen Schläger, Benji D. und Ivan Z., hingegen akzeptieren ihre Strafen. Sie hatten beide deutlich geringere Haftstrafen erhalten als der Hauptangeklagte Mike B. Nach Rücksprache mit dem Mandanten habe man sich dazu entschlossen, die Rechtsmittel nicht zu ergreifen, sagte eine Mitarbeiterin von Benji D.s Anwalt Steffen Ufer. Die Staatsanwaltschaft wollte sowohl Ivan Z. als auch Benji D. ursprünglich länger ins Gefängnis schicken, als das Gericht letztlich entschied. Die Anklage akzeptiert allerdings die Urteile nun und wird auch keine Berufung einlegen.

Man sei mit dem Urteil und der Begründung des Landgerichtes München einverstanden und werde auf Rechtsmittel verzichten, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Haftstrafen von vier Jahren und zehn Monaten für Benji D. und zwei Jahren und zehn Monaten für Ivan Z. sind damit rechtskräftig.

Die drei Schüler einer Berufswahlschule in Küsnacht ZH hatten auf einer Schulreise in München betrunken und unter Drogeneinfluss fünf zufällige Opfer verprügelt und getreten. Ein Versicherungskaufmann erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen. (amc/sda)

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