07.09.2020 06:09

Kleinfahrzeug-SharingMikromobilität entlastet den Stadtverkehr

Effizient und umweltschonend: Der aktuelle Mobilitätstrend E-Trottinett soll die Verkehrssituation in Schweizer Städten verbessern

von
Stephanie Sigrist
Zu den Mikromobilitätsangeboten gehören sowohl motorisierte als auch nicht motorisierte Klein- und Leichtfahrzeuge wie Velos, E-Bikes, Roller, Segways und Trottinette.

Zu den Mikromobilitätsangeboten gehören sowohl motorisierte als auch nicht motorisierte Klein- und Leichtfahrzeuge wie Velos, E-Bikes, Roller, Segways und Trottinette.

Foto: iStock

In der Schweiz gibt es gemäss dem Bundesamt für Statistik rund 4 Millionen Pendler. Eine Erhebung aus dem Jahr 2017 belegte, dass etwas mehr als die Hälfte der Pendler (52 Prozent) als Hauptverkehrsmittel für den Arbeitsweg das Auto benutzte. Gut ein Drittel der gesamthaft in der Schweiz verbrauchten Energie ist aktuell auf den Verkehr zurückzuführen. Dem Bundesamt für Statistik zufolge wird der Energiebedarf für den Verkehr hierzulande zu 94 Prozent mit Erdölprodukten gedeckt. Mit Verbrennungsmotoren betriebene Fahrzeuge stossen das Treibhausgas Kohlendioxid aus. 2018 beliefen sich die CO2-Emissionen des Verkehrs in der Schweiz auf insgesamt 14,8 Millionen Tonnen CO2. Dies entsprach 40 Prozent aller Kohlendioxidausstösse der Schweiz, wobei der internationale Flugverkehr noch nicht einberechnet wurde. Stau und die Parkplatzsuche machen Autofahrten vor allem in Städten länger – und generieren unnötig CO2-Ausstösse.

Energiewissen testen und 500 Franken in bar gewinnen

Die zweite Runde des 20 Minuten Energy Quiz ist gestartet und kann über die 20-Minuten-App gespielt werden!

Beantworte in der heutigen Folge zehn Fragen zum Thema energetische Sanierung. Spiele hier das Quiz am Montag, 7. September, zwischen 00.01 und 23.59 Uhr, um die 500 Franken zu gewinnen.

Die Verkehrssituation in Städten soll mit Mikromobilität entlastet werden. Zu den Mikromobilitätsangeboten gehören sowohl motorisierte als auch nicht motorisierte Klein- und Leichtfahrzeuge wie Velos, E-Bikes, Roller, Segways und Trottinette. In Zürich stehen, gemessen an der Anzahl Einwohner, mehr Sharing-Fahrzeuge zur Verfügung als in Grossstädten wie Berlin, Barcelona oder London. Die Idee hinter dem Ausbau der Mikromobilität ist, das Auto ausserhalb der Stadt kostengünstig zu parkieren und für die Fortbewegung in der Stadt Klein- und Leichtfahrzeuge zu benutzen. Dadurch werden die CO2-Emissionen gesenkt, und es braucht weniger Parkplätze. Das internationale Beratungsunternehmen Deloitte sagte 2019 voraus, dass Mikromobilität die Zukunft des Personentransports in urbanen Gebieten sei.

Das gewünschte Gefährt per Smartphone entsperren

In den meisten grösseren Schweizer Städten können seit Jahren Velos, E-Bikes, Roller und E-Trottinette im Sharing-Modell gemietet werden. Durch neue Servicemodelle wie dem Freefloating-Prinzip erhielt die Mikromobilität Aufwind. Bei diesem Modell kann das Fahrzeug stationslos in einem definierten Gebiet gemietet und auch wieder abgestellt werden. Eine Smartphone-App zeigt an, wo sich innerhalb eines bestimmten Gebiets aktuell freie Gefährte befinden, und der User erhält mittels Code Zugang zum gewünschten Velo, E-Bike oder E-Trottinett. Nach der Fahrt wird ausgecheckt, automatisch bezahlt, und das Fahrzeug ist bereit für den nächsten Nutzer.

Eine dieses Jahr veröffentlichte ZHAW-Studie untersuchte Mikromobilitätsangebote in Zürich, Wien, Paris, London, Kopenhagen, Berlin sowie Barcelona und kam zum Schluss, dass der aktuelle Mobilitäts-Hype den E-Trottinetten gehört. Die Untersuchung zeigt, dass sich die Anzahl der E-Trottinette innerhalb eines Jahres insgesamt mehr als verzehnfacht hat. Verantwortlich für das Wachstum um insgesamt 1100 Prozent seien vor allem Zürich, Kopenhagen, Berlin und Wien. In Barcelona und Paris wachsen die Zahlen erst langsam, doch auch dort sei ein Wachstumstrend zu beobachten. «Wir schätzen das Potenzial der E-Trottinette grösser ein, da sie nutzungsfreundlicher sind als Sharing-Velos und somit mehr Menschen ansprechen», lautet das Fazit der ZHAW-Studie. Ausserdem sind E-Trottinette leichter als die meisten Velos, sie brauchen weniger Platz, und man kommt auch an warmen Tagen nicht ins Schwitzen.

Hier gibt es einen Überblick über Sharing-Angebote in der ganzen Schweiz.

20 Minuten Energy Quiz

Die zweite Runde des 20 Minuten Energy Quiz ist gestartet und kann über die 20-Minuten-App gespielt werden! Beantworte in der heutigen Folge zehn Fragen zum Thema energetische Sanierung. Spiele hier das Quiz am Montag, 7. September, zwischen 00.01 und 23.59 Uhr, um 500 Franken in bar zu gewinnen.

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17 Kommentare
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Adi.F

08.09.2020, 23:21

Ja das habe ich auch gedacht und bin am Feierabend Verkehr auf den Bürgersteigen gefahren das ich den Verkehr nicht behindere mit den 21km/h wo das Teil spitze fährt und stellt euch mal vor die Polizei hat mich angehalten als hätte ich Gott weiß was gemacht die haben mir einfach den Weg Abgeschnitten und dann ging es Loss mit ihrer Predigt und am Ende musste ich wieder den Verkehr Behindern und durfte 40-,Fr Busse Zahlen

Rider5

08.09.2020, 18:50

Ich wäre auch dafür wenn man diese Geräte mal besser reguliert. Ich finde die Gesetze zu streng! Es braucht eine spezialkathegorie zwischen "M" und "A1" für diese schnelleren E-Scooter! Andere Länder können das besser aber leider die Schweiz nicht!

Pragmatiker

08.09.2020, 17:11

Entlastet Stadtverkehr? Und dann müssen wir den ÖV mit Subventionen retten...