Seoul – Milchproduzent verwandelt Frauen in Kühe und muss sich entschuldigen
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SeoulMilchproduzent verwandelt Frauen in Kühe und muss sich entschuldigen

Suggerieren soll die Werbung sauberes Wasser, Biofutter und reine Biomilch aus Seoul. Für den Werbeclip muss sich der südkoreanische Konzern öffentlich entschuldigen.

von
Angela Rosser

Ein südkoreanischer Milchproduzent entschuldigt sich für seinen Werbeclip.

Seoulmilk

Ein Mann mit Kamera schleicht durch einen Wald. Der Sprecher kommentiert die Szenerie: «Endlich haben wir es geschafft, sie an einem unberührten, makellos sauberen Ort auf Kamera einzufangen». Der Filmer versteckt sich im Gebüsch und filmt das, was mit «sie» gemeint ist. Eine Gruppe Frauen, die Wasser von Blättern und aus Flüssen trinkt und in weissen Kleidern Yoga macht.

Der Mann versucht sich zu nähern und tritt dabei versehentlich auf einen Ast. Die Frauen hören das Knacken, schrecken auf und verwandeln sich im nächsten Augenblick in Kühe. Die Werbung endet mit den Worten «sauberes Wasser, Biofutter, 100 Prozent reine Seoul-Milch. Biomilch von Biofarmen in der freien Natur von Cheongyang».

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Frauen machen auf einer grünen Wiese Yoga … 

Frauen machen auf einer grünen Wiese Yoga …

Screenshot/Seoulmilk
… und ein Mann filmt das Geschehen heimlich aus dem Unterholz.

… und ein Mann filmt das Geschehen heimlich aus dem Unterholz.

Screenshot/Seoulmilk
Als die Frauen den Mann entdecken, verwandeln sie sich in Kühe.

Als die Frauen den Mann entdecken, verwandeln sie sich in Kühe.

Screenshot/Seoulmilk

Debatte über Sexismus ausgelöst

Die Werbung und der Vergleich von Frauen mit Kühen hat eine nationale Debatte über Sexismus und Geschlechtersensibilität entfacht, schreibt «BBC». Nicht nur der Vergleich mit einem, von den Menschen als Nutztier gehaltenen Lebewesen stösst auf Ablehnung. Auch die Tatsache, dass der Mann die Frauen aus einem Versteck heraus beobachtet und heimlich filmt, wird stark kritisiert.

Frühere Skandale

In einer öffentlichen Entschuldigung schreibt der Milchproduzent: «Wir entschuldigen uns bei jeder Person, die sich durch unsere letzten Monat veröffentlichte Werbung unwohl gefühlt hat.» Ebenfalls verspricht die Firma Besserung und man nehme die Angelegenheit ernst und werde eine interne Untersuchung durchführen, um solche Fälle in Zukunft zu vermeiden. Man entschuldige sich aufrichtig.

Der erste Skandal der Firma ist es nicht. 2003 wurden der Leiter der Marketingabteilung sowie Models einer Werbung zu einer Geldstrafe wegen Obszönität verurteilt. In der damaligen Werbung bespritzen sich nackte Models mit Joghurt.

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, aufgrund der Geschlechtsidentität diskriminiert?

Hier findest du Hilfe:

Gleichstellungsgesetz.ch, Datenbank der Fälle aus Deutschschweizer Kantonen

Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann

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