Aktualisiert 28.02.2020 09:12

Subaru sauberer

Mild, aber nicht sonderlich sparsam

In kleinen Schritten in die Zukunft: Auch der leicht überarbeitete Subaru Impreza wird nun mit Mildhybridsystem angeboten.

von
Dave Schneider
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Sauberer Subaru: Ein Mildhybridsystem, genannt e-Boxer, soll den Verbrauch und die CO2-Emissionen des Impreza um bis zu zehn Prozent reduzieren.

Sauberer Subaru: Ein Mildhybridsystem, genannt e-Boxer, soll den Verbrauch und die CO2-Emissionen des Impreza um bis zu zehn Prozent reduzieren.

Hersteller
Der Impreza wird ausserdem weiterhin auch ohne Mildhybridsystem mit einem 1,6-Liter-Boxermotor mit 114 PS angeboten.

Der Impreza wird ausserdem weiterhin auch ohne Mildhybridsystem mit einem 1,6-Liter-Boxermotor mit 114 PS angeboten.

Hersteller
Die Batterie im Heck und der kleine E-Motor im Getriebe sorgen aber nicht nur für etwas weniger Verbrauch, sondern auch für zusätzliches Drehmoment, was dem schwachbrüstigen 2-Liter-Boxermotor gut tut.

Die Batterie im Heck und der kleine E-Motor im Getriebe sorgen aber nicht nur für etwas weniger Verbrauch, sondern auch für zusätzliches Drehmoment, was dem schwachbrüstigen 2-Liter-Boxermotor gut tut.

Hersteller

Subaru ist der Allradpionier. Das behaupten zwar auch andere Marken von sich, doch der japanische Hersteller aus Shibuya hat zumindest in der Schweiz massgeblich zur «Allradifizierung» beigetragen: Beim Markteintritt von Subaru 1979 lag der 4x4-Anteil bei einem Prozent – im vergangenen Jahr waren es 51,4 Prozent. 1979 war auch das Jahr, in dem Subaru die Ski-Ikone Bernhard Russi als Markenbotschafter engagierte, und der Strahlemann aus Andermatt ist bis heute das Subaru-Aushängeschild schlechthin geblieben. Sympathisch, ehrlich, bodenständig – diese Attribute passen sowohl zu Russi als auch zur Marke. Der Urner bleibt Marken-Ambassador auf Lebenszeit.

Doch die Erfolgsgeschichte von Subaru in der Schweiz war deutlich kürzer als die Beziehung zum Olympiasieger von Sapporo 1972. Mit der Lancierung des 4x4-Kleinwagens Justy begann 1984 der Eroberungsfeldzug der Japaner, der drei Jahre später mit 14'332 verkauften Autos seinen Höhenpunkt erreichte. Seither ging es mit Subaru stetig bergab. 2019 verkauften die Japaner in der Schweiz nur noch 4023 Einheiten – Verkaufsrang 26, hinter Marken wie Tesla, Kia oder Mitsubishi.

Viel Ungemach

«Gefragte Modelle wie der Forester Turbo oder der Impreza WRX, das einst so erfolgreiche Kleinwagenangebot, der Dieselmotor – das alles wurde aus dem Angebot gestrichen», begründete der inzwischen pensionierte Marketing-Chef Peter Bärtschi diese Entwicklung noch vor einem halben Jahr. «Das hat uns sehr zugesetzt». Inzwischen ist weiteres Ungemach hinzugekommen: Die seit Jahresbeginn geltende CO2-Richtlinie von 95 Gramm pro Kilometer trifft den vergleichsweise kleinen Hersteller hart – knapp 90 Prozent der in Europa verkauften Fahrzeuge sind allradgetriebene SUV, die deutlich mehr als diese 95 Gramm ausstossen.

«Ja, es stimmt», bestätigt der für Europa zuständige Marketingchef David Dello Stritto, «die CO2-Vorgaben werden für uns schwierig». Und die Einführung eines Elektroautos, welches den Flottenausstoss erheblich senken könnte, ist noch nicht in Sicht. «Da gehören wir leider nicht zu den schnellsten». Subaru will dafür die Nummer 1 bei der Qualität der Fahrzeuge und bei der Kundenzufriedenheit werden und die Zahl von schweren Unfällen mit Verletzten in einem Subaru bis 2030 global auf null senken. Und Dello Stritto ist sich sicher, dass man für den europäischen Markt die richtige Strategie gefunden hat: «Wir mussten die sportlichen Modelle, die Kleinwagen und den Diesel aus dem Modellprogramm nehmen – nun bringen wir neue Produkte, damit wir in Europa bleiben können». Gemeint sind damit Hybride und Elektroautos, vorerst sind es aber lediglich Mildhybrid-Varianten für die bestehenden Modelle Forester, XV und für den überarbeiteten Impreza, der ab Mai bei den Händlern steht.

Vorhang auf für e-Boxer

Dieses Mildhybridsystem, genannt e-Boxer, soll den Verbrauch und die CO2-Emissionen des Impreza um bis zu zehn Prozent reduzieren. Die Werte der Homologation stehen noch nicht fest, doch wenn man den technisch fast baugleichen XV 2.0i e-Boxer mit einem Schnitt von 180 g/km als Referenz nimmt, wird der Impreza nicht wesentlich besser abschneiden. «Doch es ist ein erster Schritt», sagt David Dello Stritto, «weitere werden folgen». Die Batterie im Heck und der kleine E-Motor im Getriebe sorgen aber nicht nur für etwas weniger Verbrauch, sondern auch für zusätzliches Drehmoment, was dem schwachbrüstigen 2-Liter-Boxermotor gut tut. Das System wird bereits in den Modellen Forester und XV angeboten und dürfte bald auch in weiteren Modellen erhältlich sein. Der Impreza wird ausserdem weiterhin auch ohne Mildhybridsystem mit einem 1,6-Liter-Boxermotor mit 114 PS angeboten.

Im finnischen Rovaniemi am nördlichen Polarkreis konnten die e-Boxer-Modelle ihr Können dort unter Beweis stellen, wo sie sich pudelwohl fühlen – auf Eis und Schnee. Das symmetrische 4x4-System gibt sich keine Blösse. Das zusätzliche Drehmoment des Mildhybridsystems ist spürbar und bringt etwas Schwung in den eher trägen Antrieb mit stufenlosem Getriebe, was gerade im Gelände gut zur Geltung kommt. Dass der 2-Liter-Vierzylinder-Boxermotor mit 150 PS dabei bis 10 Prozent weniger verbraucht, ist sicher willkommen. Von der so wichtigen 95-Gramm-Grenze sind die Subaru-Mildhybride aber trotz elektrischer Unterstützung noch weit entfernt.

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