Aktualisiert 01.06.2011 12:45

Bauwirtschaft

Milder Winter sorgt für Bauboom

Auf dem Bau laufen die Geschäfte hervorragend. Zu verdanken ist dies nicht nur der guten Konjunktur, sondern vor allem dem Wetter.

Die Sonne scheint über der Grossbaustelle Europa-Allee beim Zürcher Hauptbahnhof.

Die Sonne scheint über der Grossbaustelle Europa-Allee beim Zürcher Hauptbahnhof.

Die Schweizer Bauwirtschaft erzielt im ersten Quartal einen Umsatzsprung von 15,1 Prozent. Der Baumeisterverband (SBV) führt ihre guten Geschäfte zum Jahresauftakt nur bedingt auf die konjunkturellen Entwicklung zurück. Ausschlaggebend sei das milde Wetter, heisst es in einer Mitteilung.

So hätten die Baufirmen zwischen Januar und März ihren Arbeitsvorrat abbauen können und sie mussten die Arbeiten nicht einstellen, teilte der SBV am Mittwoch mit. Vorhaben konnten zudem früher als geplant in Angriff genommen und schneller ausgeführt werden.

Wohnungsbau boomt

Besonders stark zugenommen hat der Wohnungsbau. In diesem Geschäftsfeld wurden über 1,2 Mrd. Franken umgesetzt, 16,3 Prozent mehr als im selben Vorjahresquartal. Der Wohnungsbau habe sich in den letzten Quartalen als neues Zugpferd der Bauwirtschaft profiliert, schreibt der SBV.

Als Grund für die rege Produktion sieht der Verband die historisch tiefen Zinsen sowie die grosse Wohnungsnachfrage. Dazu trage die anhaltend hohe Einwanderung kaufkräftiger Ausländer bei.

Weniger Bürobauten

Das Volumen bei den Büro- und Gewerbebauten hat dagegen um 7,1 Prozent abgenommen. Die mittelfristigen Aussichten blieben intakt. Erteilte Baubewilligungen würden darauf hindeuten.

Vom Tiefbau seien im laufenden Jahr keine entscheidenden Wachstumsimpulse zu erwarten, hiess es. Stattdessen rechnen die Baumeister mit einer Stagnation auf hohem Niveau. In den vergangenen zwei Jahren habe der Tiefbau noch als Schrittmacher der Bauwirtschaft gegolten und dafür gesorgt, dass diese nahezu unbeschadet durch die Krise gekommen sei.

Branche beklagt Fachkräftemangel

Neben der insgesamt positiven Entwicklung in der Baubranche mangelt es vielen Bauunternehmen allerdings weiter an Fachpersonal. Fast jedes zweite SBV-Mitglied meldete Engpässe bei der Rekrutierung von Bauführern. Die gesamtschweizerische Lücke werde auf rund 500 Bauführer geschätzt, was 10 Prozent des gesamten Bauführerbestands entspreche.

Ähnlich sei die Situation bei Bauingenieuren, Polieren, Vorarbeitern und Maschinisten. Der Fachkräftemangel führe dazu, dass die betroffenen Baufirmen ihre Kapazitäten nicht erhöhen könnten.

Positiver Ausblick

Trotz der Probleme bei der Personalrekrutierung blickt der SBV optimistisch in die Zukunft. Die Zeiten überdurchschnittlicher Zuwachsraten seien zwar vorbei. Die weiterhin hohen Arbeitsvorräte sowie die starke Zunahme der Zementlieferungen bestätigten aber, dass eine unmittelbare Abkühlung der Bauwirtschaft sehr unwahrscheinlich sei.

Insbesondere die steigenden Auftragseingänge im Wohnungsbau liessen weiter auf hohe Umsätze hoffen, schreibt der SBV.

(sda)

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