Den Haag: Mildere Strafe für Ex-General
Aktualisiert

Den HaagMildere Strafe für Ex-General

Wegen der Zerstörung der historischen Hafenstadt Dubrovnik im Balkankrieg hat das UNO- Kriegsverbrechertribunal den ehemaligen jugoslawischen General Pavle Strugar zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Die Revisionskammer des Gerichts in Den Haag bestätigte am Donnerstag weitgehend den Schuldspruch der ersten Instanz, setzte die zunächst verhängte Strafe von acht Jahren jedoch wegen der angeschlagenen Gesundheit Strugars etwas herab.

Strugar war Oberbefehlshaber der jugoslawischen Truppen, die Ende 1991 die Hafenstadt im gerade unabhängig gewordenen Kroatien angriffen. Dutzende Zivilisten kamen ums Leben. Im Dezember des Jahres wurde die als Weltkulturerbe geschützte Altstadt von Dubrovnik weitgehend zerstört.

Strugar hatte sich damals umgehend für den Angriff entschuldigt und auch vor Gericht sein Bedauern erklärt. Er habe aber keine Mittel gehabt, ihn zu verhindern. Das sahen die Richter anders: Strugar hätte wissen können, dass ihm unterstellte Einheiten die militärisch überflüssige und damit rechtswidrige Attacke planten.

Er habe nichts unternommen, um sie zu verhindern, zu stoppen oder im Nachhinein die Verantwortlichen zu bestrafen, stellten sie fest.

Der heute 75 Jahre alte Ex-General hatte sich Anfang 2001 selbst dem Gericht in Den Haag gestellt. Der Prozess gegen ihn verlief sehr ungewöhnlich, seinen Revisionsantrag hatte er bereits in der Erwartung von Hafterleichterungen zurückgezogen. Angesichts der langen Untersuchungshaft dürfte er die Strafe in Kürze verbüsst haben. (sda)

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