Zürich : Mildere Strafe für Labitzke-Besetzer

Aktualisiert

Zürich Mildere Strafe für Labitzke-Besetzer

Ein Ex-Labitzke-Besetzer (30) hat sich erfolgreich gegen eine Strafe von 4800 Franken gewehrt. Der Staatsanwalt senkte die Sanktion deutlich auf 1200 Franken.

von
Attila Szenogrady

Es war am 5. August 2014, als rund 40 Besetzer des Labitzke-Areals mit einer aussergewöhnlichen Demonstration die Hohlstrasse am Vormittag für mehrere Stunden lahmlegten. Als die Polizei das ehemalige Fabrikgebäude räumen wollte, errichteten die Demonstranten eine Blockade aus Mobiliar und mit Beton gefüllten Containern. Einige Aktivisten ketteten sich zudem an die Barrikade. Einer von ihnen schien sich sogar mit beiden Armen in zwei Abfallcontainer einbetoniert zu haben. Was sich später als Bluff entpuppte. So hatte sich der junge Mann lediglich in zwei Hohlräumen festgehalten.

Die Demonstration dauerte bis in die Mittagszeit hinein. So lange fiel auch die VBZ-Buslinie 31 komplett aus. Die Polizei konnte 16 Aktivisten festnehmen. Die meisten von ihnen wurden bereits am nächsten Tag per Strafbefehl verurteilt. Unter ihnen auch ein heute 30-jähriger Informatiker aus Dietikon. Er kassierte wegen Nötigung sowie wegen der Teilnahme an einer unbewilligten Demonstration eine bedingte Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 30 Franken, also 4500 Franken sowie eine zu bezahlende Busse von 300 Franken.

Dank Einsprache Strafsenkung erreicht

Der Limmattaler Aktivist legte Einsprache gegen den Strafbefehl ein und wollte seine Position am Montag vor dem Bezirksgericht Zürich darlegen. Allerdings kam es wegen des rechtzeitigen Entgegenkommens des zuständigen Staatsanwalts Edwin Lüscher nicht mehr zu einer Verhandlung. So erklärte der Ankläger auf Anfrage, dass die Strafe des ersten Urteils tatsächlich zu hoch ausgefallen sei.

Er habe nun einen zweiten Strafbefehl mit einer erheblich milderen Sanktion erlassen. Demnach wurde der Dietiker Aktivist nur noch mit einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 30 Franken verurteilt. Aber immer noch verbunden mit einer Busse von 300 Franken. Zudem gab es an den Schuldsprüchen nichts zu rütteln. Lüscher ergänzte, dass mehrere bereits vorbestrafte Personen 60 Tagessätze als Strafe erhalten hätten. Ein Grossteil der Strafbefehle sei rechtskräftig.

Das Areal der ehemaligen Farbenfabrik Labitzke im Kreis 9 war ab 2012 besetzt. Nun will die Immobilienfirma Mobimo eine Überbauung mit 245 Wohnungen errichten.

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