Pakistan: Militär erobert Heimatort von Taliban-Führe
Aktualisiert

PakistanMilitär erobert Heimatort von Taliban-Führe

Nach tagelangen erbitterten Kämpfen haben die pakistanischen Streitkräfte den Heimatort des neuen Taliban-Führers Hakimullah Mehsud erobert.

von
Asif Shahzad
AP

Dabei seien 13 Aufständische und zwei Soldaten getötet worden, hiess es am Samstag aus Kreisen der Armee und des Geheimdienstes. Die Stadt Kotkai, aus der auch Mehsuds Stellvertreter Qari Hussain stammt, gilt als strategisch wichtig, da sie an der Strasse zur militärischen Taliban-Hochburg Sararogha liegt.

Weiter nördlich in der Region wurden am Samstag mindestens 22 Menschen bei einem vermutlich von den US-Streitkräften ausgeführten Raketenangriff getötet. Das Geschoss habe ein Versteck der Taliban in einem Tunnel getroffen, teilte ein Kommunalbeamter der betroffenen Ortschaft Chuhatra im Bezirk Bajur mit. Ziel sei offenbar ein Kommandeur namens Faqir Mohammad gewesen, der allem Anschein nach jedoch entkommen sei. Ob friedliche Dorfbewohner unter den Opfern sind, war zunächst unklar.

US-Drohnen haben im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan schon häufig Angriffe geflogen. Dabei wurde unter anderem der frühere pakistanische Taliban-Chef Baitullah Mehsud getötet. Die Regierung in Islamabad scheint die US-Angriffe zu billigen, auch wenn sie offiziell dagegen protestiert.

Die pakistanischen Streitkräfte haben vor gut einer Woche eine Grossoffensive gegen die Taliban in Süd-Waziristan gestartet. Dabei kamen nach amtlichen Angaben bislang etwa 20 Soldaten und mehr als 150 Taliban- und Al-Kaida-Kämpfer ums Leben. Die Islamisten haben in den vergangenen drei Wochen eine Reihe Anschläge in Pakistan verübt, denen insgesamt rund 200 Menschen zum Opfer fielen - mindestens 25 allein am Freitag.

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