Aktualisiert 06.10.2007 14:18

Militär lässt weitere Mönche frei

Fast zehn Tage nach der brutalen Niederschlagung der Proteste in Burma hat die Militärjunta am Samstag die Freilassung weiterer Mönche bekanntgegeben. Nach offiziellen Angaben wurden 404 Mönche auf freien Fuss gesetzt.

Damit sind laut Regierung noch rund 100 Mönche in Haft. Die Gesamtzahl der Festgenommenen gab das Regime mit 2093 an. Bei der gewaltsamen Unterdrückung der von Mönchen angeführten Protestbewegung in Burma waren nach offiziellen Angaben 10 Menschen getötet worden. Dissidenten in Rangun schätzen die Zahl der Toten dagegen auf rund 200.

Das staatliche Fernsehen zeigte am Samstag zum ersten Mal seit vier Jahren Bilder der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi. Die Friedensnobelpreisträgerin äusserte sich nicht. Ein Sprecher ihrer Partei erklärte aber, die Situation habe sich deutlich verbessert.

Gespräche laut Gambari möglich

Der UNO-Sondergesandte Ibrahim Gambari zeigte sich nach seiner Rückkehr aus Burma vorsichtig optimistisch, dass Militärjunta und Opposition in Burma Gespräche miteinander beginnen könnten.

Er hatte während seines Besuchs in dem südostasiatischen Land zwei Mal die seit Jahren unter Hausarrest stehende Suu Kyi getroffen und mit der Militärregierung gesprochen. «Die Tür ist noch nicht zugeschlagen», sagte Gambari am Freitag vor dem UNO- Sicherheitsrat in New York.

Gambari sagte aber auch, die Junta müsse erkennen, dass das Geschehen im Land «ernste internationale Auswirkungen» habe. Kein Land könne abgeschottet von den international anerkannten Normen handeln. «Wir können nicht zu der Situation vor der jüngsten Krise zurückkehren», sagte Gambari weiter. Er kündigte an, noch vor Mitte November nach Rangun zurückzukehren.

Keine Einigung im Sicherheitsrat

Der UNO-Sicherheitsrat bezeichnete die Lage in Burma am Freitag einstimmig als «unannehmbar und unhaltbar». Über das weitere Vorgehen gegen die Militärmachthaber in Burma ist sich die internationale Gemeinschaft jedoch nicht einig.

Nach fast vierstündiger Debatte verständigte sich das höchste UNO-Gremium einzig darauf, eine gemeinsame Erklärung zu erarbeiten. Während die USA «ernsthafte Massnahmen» bis hin zu Sanktionen verlangen, will China eine Verurteilung der herrschenden Militärjunta vermeiden.

Weltweiter Aktionstag

Der britische Premierminister Gordon Brown kündigte am Samstag in London humanitäre Hilfe in Höhe von einer Million Pfund (rund 2,4 Mio. Franken) für Burma an. Bei einem Treffen mit Aktivisten und Mönchen versprach er zudem, mehr Druck für einen Wandel und Demokratie in Burma auszuüben. Die Verletzung der Menschenrechte müsse ein Ende haben, sagte er.

Gleichzeitig versammelten sich in London bis zu 10 000 Demonstranten, darunter auch Mönche, zu einem Marsch durch die Innenstadt. Die Kundgebungen seien eine Botschaft an die Menschen in Burma, sagte Brown: «Die Welt hat und wird sie nicht vergessen».

Der Protest war Teil einer weltweiten Aktion mit Demonstrationen in rund zwei Dutzend Städten, darunter in Melbourne (Australien), Bangkok (Thailand) und Kuala Lumpur (Malaysia). In Genf gingen mehrere hundert Personen auf die Strasse.

(sda)

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