Kampf gegen den IS: Militär tötet früheren Hussein-Vertrauten
Aktualisiert

Kampf gegen den ISMilitär tötet früheren Hussein-Vertrauten

Der frühere Stellvertreter von Saddam Hussein, der später dem IS angehörte, ist tot. Das irakische Militär erschoss Isset Ibrahim al-Duri, als er in einem Konvoi unterwegs war.

Früher gehörte Isset Ibrahim al-Duri zum inneren Machtzirkel um Saddam Hussein, seit vergangenem Jahr galt er als Verbündeter des IS.

Früher gehörte Isset Ibrahim al-Duri zum inneren Machtzirkel um Saddam Hussein, seit vergangenem Jahr galt er als Verbündeter des IS.

Die irakischen Streitkräfte und mit ihr verbündete schiitische Milizen haben offenbar den früheren Stellvertreter von Diktator Saddam Hussein getötet. Der mittlerweile zur Terrormiliz Islamischer Staat gewechselte Isset Ibrahim al-Duri und neun Leibwächter seien erschossen worden, als sie am Freitagmorgen östlich der Stadt Tikrit im Talal-Hamrin-Gebirge in einem Konvoi unterwegs gewesen seien, sagte ein regionaler Kommandeur dem irakischen Staatsfernsehen. Dazu wurde ein Foto einer Leiche gezeigt, die Al-Duri ähnlich sieht.

Mit einer DNA-Analyse soll die Identität des Toten nun zweifelsfrei festgestellt werden. Al-Duri war auf einem Kartensatz der US-Streitkräfte zu Zeiten der Invasion im Irak als «König der Clubs» ausgewiesen – mithilfe der Karten sollten die Soldaten Schlüsselfiguren des Saddam-Regimes erkennen. Ein Sprecher des US-Zentralkommandos, Pat Ryder, sagte, den USA lägen keine Informationen vor, um die Berichte über den Tod Al-Duris zu erhärten.

Es ist nicht das erste Mal, dass irakische Behörden den Tod oder die Gefangennahme des ehemaligen Saddam-Stellvertreters meldeten. 2013 teilte die Regierung mit, sie habe Al-Duri festgenommen. Sie brachte ein Foto eines bärtigen Mannes in Umlauf, der Al-Duri ähnelte. Später hiess es, man habe es mit einer Personenverwechslung zu tun.

Anschlag in Erbil

In Erbil im Norden des Landes explodierte eine Autobombe neben dem US-Konsulat und riss Polizeiangaben zufolge drei Menschen in den Tod. Zu dem Anschlag in der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion bekannte sich der IS, wie die Site Intelligence Group mitteilte, die Extremisten-Websites beobachtet.

Bei der Explosion der Autobombe neben dem US-Konsulat gab es nach Angaben von US-Beamten keine amerikanischen Opfer oder Tote unter den Mitarbeitern und Wachleuten der diplomatischen Vertretung. Unklar blieb zunächst, wer die drei gemeldeten Todesopfer waren.

Drahtzieher des Aufstandes

Al-Duri gehörte zum inneren Machtzirkel des früheren Diktators und war dessen letzter enger Vertrauter, der sich noch auf der Flucht befand. Er soll ein Drahtzieher des Aufstandes gegen die von Schiiten geführte Zentralregierung in Bagdad sein.

Im vergangenen Jahr waren Aufnahmen aufgetaucht, in denen Al-Duri angeblich dem IS die Treue schwört. Die sunnitischen Fanatiker stellten sich damit als Befreier sunnitischer Gebiete dar.

Truppen eroberten Tikrit zurück

Tikrit selbst, die Hauptstadt der Provinz Salahuddin und Heimatstadt Husseins, hatten irakische Truppen und ihre Verbündeten unterstützt von Luftangriffen der internationalen Allianz vor kurzem vom IS zurückerobert. Am Freitag meldeten sie weitere Erfolge in ihrer Offensive gegen die Terrormiliz. Ein umkämpftes Gebiet südlich der grössten irakischen Ölraffinerie bei Baidschi sei erobert worden, teilte General Ajad al-Lahabi mit. Zwei Städte, Al-Malha und Al-Masraa, wurden seinen Angaben zufolge eingenommen. Mindestens 160 IS-Kämpfer seien getötet worden.

Die Raffinerie ist seit dieser Woche Ziel eines Grossangriffs der Extremisten. Die Regierungstruppen wollen die gesamte Provinz Salahuddin vom IS zurückerobern, die im vergangenen Sommer an die Terrormiliz gefallen war. Damit kämen sie näher an die zweitgrösste irakische Stadt Mosul heran, die von der Terrormiliz besetzt ist.

In der westirakischen Provinz Anbar hielten die Gefechte zwischen IS-Kämpfern und Regierungstruppen an. Die Lage in der Provinzhauptstadt Ramadi, in der der IS seine Stellungen auszubauen versucht, war zuletzt unklar. (sda)

40 Tote bei neuer Anschlagsserie in Bagdad

Mindestens 40 Menschen sind bei einer neuen Serie von Bombenanschlägen in der irakischen Hauptstadt ums Leben gekommen. Für die Anschläge vom Freitag übernahm zunächst niemand die Verantwortung. Die IS-Miliz hatte sich aber bereits in der Vergangenheit für ähnliche Attacken verantwortlich erklärt, bei der sie vor allem schiitische Ziele angriff. Der folgenschwerste Anschlag ereignete sich in einem Autohaus in dem schiitischen Viertel Habibja im Osten Bagdads. Dort explodierte eine Autobombe, zehn Menschen starben.

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