Grow up - Militär, Zivildienst & Co. – was soll ich am besten machen?
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Grow upMilitär, Zivildienst & Co. – was soll ich am besten machen?

Militär, Zivildienst oder doch dienstuntauglich? Nicht zu vergessen: Auch der Zivilschutz bietet ein flexibles Modell, deine Dienstpflicht zu absolvieren. Hier erfährst du das Wichtigste.

Im Januar beginnt die Winter-Rekrutenschule und wieder melden sich unzählige junge Schweizer und Schweizerinnen zum Militärdienst. Bei denjenigen, die noch nicht antreten müssen, entscheidet sich spätestens bei der Rekrutierung, wie sie ihre Diensttage zubringen werden.

Alle Dienstformen basieren auf dem Milizprinzip, das heisst, alle Schweizer Bürger sind dienstpflichtig – Schweizer Bürgerinnen können sich freiwillig melden. Wir haben die wichtigsten Infos aufgelistet:

Zivildienst

Der Zivildienst ist ein Ersatzdienst zum Militärdienst und ist entgegen dem Militär nicht dem Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) angegliedert, sondern gehört dem Departement für Volkswirtschaft an. Als frei wählbare Alternative zum klassischen Dienst in der Armee bietet sich der Zivildienst vor allem dann an, wenn du aus persönlichen Gründen nichts mit dem Militär anfangen kannst und deine Diensttage lieber mit einer Tätigkeit im sozialen Bereich absolvieren möchtest.

• Vorteil: Du leistest deinen Dienst in einer sozialen Institution deiner Wahl und kannst deine Einsätze flexibel in dein Kalenderjahr einplanen.

• Nachteil: Als Zivildienstleistender musst du 1,5-mal so lange Dienst leisten wie beim Pendant Militärdienst.

Militärdienst

Die Militärdienstpflicht dauert in der Regel vom 18. bis zum 30. Lebensjahr. Der klassische Militärdienst besteht aus der 145-tägigen Rekrutenschule und den jährlich wiederkehrenden Wiederholungskursen bis zum Ende deiner Dienstpflicht.

• Vorteil: Du leistest deutlich weniger Diensttage als beim Zivildienst, lernst Menschen aus den verschiedensten Ecken der Schweiz kennen und kannst dir ausserdem in vielen Bereichen für dein Leben nützliche Fertigkeiten aneignen.

• Nachteil: Wegen der wiederkehrenden Wiederholungskurse bist du hinsichtlich deiner Arbeitstätigkeit sehr unflexibel. Des Weiteren kannst du nach dem Absitzen deiner regulären Dienstzeit unter Umständen auch dazu gedrängt werden, deine Dienstpflicht zu verlängern.

Gut zu wissen

Die Erwerbsersatzordnung (EO) sieht vor, dass dir für den Verdienstausfall während deiner geleisteten Diensttage beim Militär, dem Zivildienst und Zivilschutz 80 Prozent deines Lohnes vergütet werden.

Zivilschutz

Angehörige des Zivilschutzes sind im Gegensatz zu Zivildienstleistenden nicht militärdiensttauglich, bezahlen also für die Dauer ihrer Dienstpflicht prozentual zu ihrem Lohn entsprechend Wehrpflichtersatz. Allerdings kannst du als Schutzdiensttauglicher deine jährlichen Wehrpflichtersatzzahlungen je nach Anzahl geleisteter Diensttage verringern. Diese Dienstform lohnt sich vor allem für Studenten, die noch nicht viel verdienen, aber trotzdem keine langen Einsätze leisten können oder wollen.

• Vorteil: Die Einsätze sind meistens sehr kurz und sind daher gut in den Alltag einzuplanen.

• Nachteil: Im Normalfall ist es nicht möglich, während Phasen, in denen du mehr Zeit hättest, mehr Einsatztage zu leisten, da diese jährlich beschränkt sind.

Dienstuntauglichkeit

Wirst du bei deiner Aushebung als militärdienstuntauglich eingestuft und kannst auch keinen Zivilschutzdienst leisten, entspricht das dem umgangssprachlichen Status «doppelt untauglich». Hier hast du keine Möglichkeit, die Anzahl deiner zu berappenden Diensttage zu verringern und bezahlst bis zum Auslauf deiner Dienstpflicht drei Prozent deines Lohnes Wehrpflichtersatz.

Schon Mitte 20, aber noch immer nicht wirklich im Erwachsenenleben angekommen? No need to panic! «Grow Up» beantwortet dir alles, was du spätestens mit 30 wissen musst. Seien es Fragen zur Karriere, dem Umgang mit Geld oder den Behörden: Hotel Mama war gestern. Sende deine Frage an: grow.up@20minuten.ch

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