Übergangsregierung: Militärchef soll Lage in Burkina Faso beruhigen
Publiziert

ÜbergangsregierungMilitärchef soll Lage in Burkina Faso beruhigen

Isaac Zida wurde als Übergangsregierungschef von Burkina Faso vereidigt. In einem Jahr soll es zu Neuwahlen kommen.

1 / 10
Am 19. November wurde Isaac Zida (links) zum Übergangspräsidenten ernannt.

Am 19. November wurde Isaac Zida (links) zum Übergangspräsidenten ernannt.

Keystone/Herve Taoko
Demonstranten forderten am 2. November 2014 in Ouagadougou eine zivile Regierung. Eine Person verlor dabei ihr Leben.

Demonstranten forderten am 2. November 2014 in Ouagadougou eine zivile Regierung. Eine Person verlor dabei ihr Leben.

Keystone/AP/Theo Renaut
Der Militärchef Honoré Traoré (untere Reihe, Mitte) befindet sich anscheinend in einem Machtkampf mit einem seiner Offiziere. Oberst Isaac Zida liess sich zum Staatschef ausrufen.

Der Militärchef Honoré Traoré (untere Reihe, Mitte) befindet sich anscheinend in einem Machtkampf mit einem seiner Offiziere. Oberst Isaac Zida liess sich zum Staatschef ausrufen.

Keystone/AP/Theo Renaut

Der bisherige Militärmachthaber Isaac Zida ist zum Übergangsregierungschef von Burkina Faso ernannt worden. Ein entsprechendes Dekret erliess am Mittwoch der gerade erst vereidigte zivile Interimspräsident Michel Kafando. Er hatte zuvor dem Rundfunksender Radio France gesagt, dass die Armee eine wichtige Rolle bei der «Stabilisierung» des Landes spielen müsse.

In Burkina Faso hatte es vor rund drei Wochen einen Umsturz gegeben: Der langjährige Staatschef Blaise Compaoré trat unter dem Druck von Massenprotesten zurück und floh in die Elfenbeinküste, das Militär übernahm unter Führung von Oberstleutnant Zida die Macht.

Neuwahlen in einem Jahr

Anschliessend einigten sich Vertreter der Streitkräfte und der Zivilgesellschaft auf eine Charta, die eine einjährige Übergangsperiode unter der Führung eines zivilen Präsidenten vorsieht. Die Verhandlungspartner einigten sich zugleich darauf, dass der Übergangsregierungschef auch aus militärischen Reihen kommen könne.

Der langjährige Diplomat Kafando war am Dienstag als Interimspräsident von Burkina Faso vereidigt worden. Der 72-Jährige war mehrere Jahre lang Ouagadougous UNO-Botschafter. Nach einer einjährigen Übergangsphase zur Beruhigung des Landes sollen im November kommenden Jahres umfassende Wahlen stattfinden. (sda)

Deine Meinung