Militärischer Drill – Pfadileiter gefeuert
Aktualisiert

Militärischer Drill – Pfadileiter gefeuert

Eklat bei den Winterthurer Pfadfindern: Fünf beliebte Leiter wurden wegen ihrem militärischen Führungsstil rausgeschmissen. Leiter, Eltern und Pfader sind empört.

«Ja, es kam immer wieder vor, dass die Pfader bei den Nachtübungen dunkle Tarnhosen trugen», bestätigt Gruppenführer Sherlock, einer der fünf Betroffenen. Der Abteilungsleiter enthob ihn und vier weitere Leiter vor drei Wochen ihrer Aufgaben und verbot ihnen, im Namen der Abteilung aufzutreten. Grund des Rausschmisses: Seit mehreren Jahren wurden militärische Methoden und Symbole angewendet, obwohl die Abteilungsleiter dies ausdrücklich nicht wünschten.

«Wir haben unsere Pfader so geführt, wie wir es für richtig hielten. Das hat allen Kindern gefallen», so Sherlock. Ex-Truppleiter Paddington doppelt nach: «Ich bin geschockt, dass ein einzelner seine Macht so missbrauchen kann, denn die Jungs haben alles freiwillig mitgemacht.» Auch die Eltern standen hinter den Übungen und unterstützen die Entlassenen: «Das Leiterteam hat immer perfekte Arbeit geleistet», so ein Vater. «Die Kinder wollen den Trupp auch nicht verlassen.» Gegenüber dem «Landboten» erklärte Bernhard Schüssler von der Pfadi Schweiz: «Militärspiele im Wald sind nicht vereinbar mit dem Auftrag der Pfadi, sinnvolle Jugendarbeit anzubieten.»

Romina Lenzlinger

Deine Meinung