Rüstungsindustrie: Militärs setzen auf Cyberwaffen
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RüstungsindustrieMilitärs setzen auf Cyberwaffen

Bei konventionellen Kriegswaffen und militärischen Dienstleistungen drücken die Staaten auf die Kostenbremse. Nur in einem Waffensektor wird weiter kräftig aufgerüstet.

Die globale Rüstungsindustrie bekommt die staatlichen Sparprogramme in zahlreichen Ländern zu spüren. Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstitutes Sipri sank der Umsatz bei Waffen und militärischen Dienstleistungen 2011 gegenüber dem Vorjahr weltweit um 5 Prozent auf 410 Milliarden Dollar. Es ist der erste Einbruch der Rüstungsumsätze seit 16 Jahren.

Dies sei nicht nur eine Folge der Kürzungen in Verteidigungsetats, sondern auch des militärischen Rückzugs aus Afghanistan und dem Irak sowie der zeitweiligen Sanktionen gegen Libyen, teilte Sipri am Montag mit. Im Vergleich zu 2002 ermittelten die Friedensforscher aber immer noch eine Steigerung um 51 Prozent (in Preisen und Währungsraten von 2011).

«Cyberwaffen» im Aufwind

Als wichtigsten Wachstumsmarkt für die Rüstungsindustrie nannte das Institut «Cyberwaffen». Für die Abwehr von Angriffen auf Computersysteme werde trotz aller Sparmassnahmen zusätzlich Geld bereitgestellt. Die Beschaffung von Zahlen sei hier schwierig, weil es häufig keine Trennung zwischen zivilen und militärischen Aufträgen gebe.

Chinesische Firmen wurden für die Erhebung nicht berücksichtigt. Grund war, dass verlässliche Daten fehlten. Die Liste der einbezogenen Betriebe wird von amerikanischen und europäischen Unternehmen angeführt. Diese machen 60 respektive 29 Prozent des Marktes aus.

Der grösste Rüstungskonzern der Welt bleibt weiterhin Lockheed Martin in den USA mit einem Umsatz für diesen Bereich von 36,3 Milliarden Dollar, gefolgt von Boeing (USA) mit 31,8 Milliarden Dollar. Auf dem dritten Platz lag der britische Konzern BAE Systems of Britain mit 29,2 Milliarden Dollar im Jahr 2011. (sda)

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