Aktualisiert 30.08.2017 20:36

«Fleisch ist Mord»Militante Veganer stören Gäste im Sternen-Grill

Sie skandierten «Fleisch ist Mord», verteilten Flyer und klebten Sticker an die Wände: Militante Veganer haben im Zürcher Sternen-Grill demonstriert.

von
rom
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Cervelats brutzeln auf dem Rost des Sternen-Grills. Was Wurstliebhaber erfreut, ist für Veganer kein schöner Anblick.

Cervelats brutzeln auf dem Rost des Sternen-Grills. Was Wurstliebhaber erfreut, ist für Veganer kein schöner Anblick.

Keystone/Martin Ruetschi
Militante Aktivisten haben deshalb am Freitag, 25. August 2017, vor und im Lokal demonstriert.

Militante Aktivisten haben deshalb am Freitag, 25. August 2017, vor und im Lokal demonstriert.

Google Street View
Sie skandierten «Fleisch ist Mord» und propagierten die vegane Ernährung.

Sie skandierten «Fleisch ist Mord» und propagierten die vegane Ernährung.

zvg

Die Bratwurst vom Sternen-Grill am Bellevue in Zürich ist Kult. Auch am Freitagabend herrschte Hochbetrieb – allerdings nicht nur wegen der vielen Wurstliebhaber. Plötzlich tauchte eine Gruppe von militanten Veganern auf. Diese verteilten Flyer, klebten Sticker an die Wände und skandierten lauthals «Fleisch ist Mord». Nach etwa zehn Minuten wurden sie weggeschickt.

«Bis jetzt haben ich noch nie so etwas erlebt und ich hoffe auch, dass es eine einmalige Sache bleiben wird», sagt Thomas Rosenberger, Inhaber des Sternen-Grills zu Tagesanzeiger.ch. Solche Aktionen seien geschäftsschädigend und brüskierten die Gäste. Er betont aber, dass er bei der Wahl der Produkte sehr auf tiergerechte Haltung achte. Trotz der unschönen Aktion will er auf eine Anzeige verzichten.

Die Vegane Gesellschaft Schweiz (VGS) distanziert sich von der Demo: «Es gibt sehr viele verschiedene Gruppierungen, die sich mit dem veganen Leben befassen. Wir können sie nicht alle repräsentieren», wird VGS-Sprecher Raphael Neuburger in dem Bericht auf Tagesanzeiger.ch zitiert. Man wende andere Methoden an, um die Bevölkerung zu sensibilisieren – etwa mit Ständen an der Vegana, dem Strassenfest für vegane Ernährung.

«Es braucht weitere solche Aktionen»

Hinter der Aktion stecken rund ein Dutzend Veganerinnen und Veganer. 20 Minuten hatte mit ihnen schriftlich Kontakt. Sie möchten anonym bleiben. «Es ist für uns nachvollziehbar, dass sich die VGS distanziert - wir sind eine unbekannte, kleine Organisation und können darum zu solchen Mitteln greifen», schreiben sie.

Den Sternen-Grill hätten sie bewusst ausgewählt: «In einem veganen Lokal würde eine Aktion dieser Art eher weniger Sinn machen», schreiben sie und fügen an: «Wir möchten dieses relevante Thema in die Mitte der Gesellschaft rücken, deshalb braucht es weitere solche Aktionen. Die ethischen Missstände in der Massentierhaltung und ihre klimatischen Auswirkungen, welche wir zurzeit massiv zu spüren bekommen, sind die zentralen Probleme unserer Generation.»

Auf die Frage, ob solche Aktionen nicht eher das Gegenteil von Akzeptanz bewirken, antworten sie: «Gesellschaftliche Veränderungen stossen meistens auf Widerstand, bis die kritische Masse erreicht ist.»

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