«Milla Meets Moses»: Milla ist 15, hat Krebs – und verliebt sich gerade zum ersten Mal
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«Milla Meets Moses»Milla ist 15, hat Krebs – und verliebt sich gerade zum ersten Mal

«Milla Meets Moses» zeigt, wie die 15-jährige Milla mit ihrer ungewissen Zukunft umgeht. Drei Gründe, warum der Film jede seiner 118 Minuten wert ist.

von
Melanie Biedermann

Der Trailer zum Film, der in Australien, wo er gedreht wurde, unter dem Titel «Babyteeth» ins Kino gekommen ist.

Pathé Films

Darum gehts

  • Das Spielfilmdebüt von Regisseurin Shannon Murphy räumte am internationalen Filmfestival in Venedig eine Reihe an Preisen ab.

  • Am 22. Oktober startet «Milla Meets Moses» (Originaltitel: «Babyteeth») in den Deutschschweizer Kinos.

  • Wir sagen dir, warum du dir dieses Drama nicht entgehen lassen solltest.

Die Message trifft den Zeitgeist-Nerv

Es klingt klischiert, aber die Geschichte von der 15-jährigen Milla, die nach einer Schockdiagnose Pläne und Regeln über Bord wirft, zeigt in aller Deutlichkeit, was Yoga- und Wellbeing-Gurus längst predigen: Freude existiert nur im Moment.

Millas Krankheit raubt ihr zwar die Zukunft, dafür gibt sie sich im Jetzt voll und ganz all ihren Emotionen hin. Das Resultat: Sie lebt, leidet und liebt kompromisslos – Letzteres kriegt sie als volle Ladung zurück.

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Der Cast brilliert

Mit den Figuren durchlebst du als Zuschauer nicht nur Millas Achterbahn (brillant: Eliza Scanlen), sondern auch die Emotionen der Angehörigen: die Verbundenheit des süchtigen Dealers Moses (Toby Wallace), die Verzweiflung in Millas Mutter Anna (Essie Davis) und die Überforderung des sonst super entspannten Vaters Henry (Ben Mendelsohn).

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Dass  Milla anders tickt als ihre Freunde, wird schnell klar. Als ihr auf dem Schulweg wortwörtlich Moses vor die Füsse fällt, … 

Dass Milla anders tickt als ihre Freunde, wird schnell klar. Als ihr auf dem Schulweg wortwörtlich Moses vor die Füsse fällt, …

Lisa Tomasetti/Pathé Films
… nimmt sie den 23-jährigen Herumstreuner mit zu sich nach Hause. Sie will dieselbe Frisur wie er, er greift zur Schere.

… nimmt sie den 23-jährigen Herumstreuner mit zu sich nach Hause. Sie will dieselbe Frisur wie er, er greift zur Schere.

Lisa Tomasetti/Pathé Films
Die beiden verbringen schnell viel Zeit miteinander. Milla gibt den Ton an. Ihre Krankheit ist so gut wie nie Thema, Moses spielt mit.

Die beiden verbringen schnell viel Zeit miteinander. Milla gibt den Ton an. Ihre Krankheit ist so gut wie nie Thema, Moses spielt mit.

Lisa Tomasetti/Pathé Films

Die Schauspielenden brillieren darin, die hässlichsten Emotionen menschlich und dadurch ein Stück erträglicher zu machen. Das Ensemble zeigt aber auch eindeutig: Millas unbändige Lebenslust schmälert nicht nur das individuelle Leid, sondern auch die grosse Verlustangst, die sie alle verbindet.

Der Soundtrack setzt Trends

In einer der schönsten Szenen im Film spielt Millas Geigenlehrer ihr mit den Worten «Du solltest das hier hören» den Song «Come Meh Way» von Sudan Archives (gleich hier unten!) vor, und das Teeanger-Girl tanzt sich alle Sorgen vom Leib. Der Soundtrack passt nicht nur perfekt zum Vibe des Coming-of-Age-Dramas, er setzt auch mutig auf einen Mix aus Klassik und experimentellen Acts mit Pop-Appeal. Der Soundtrack wurde am Filmfestival in Venedig mit dem Special Jury Price ausgezeichnet.

Das Fazit

Die Natur des Krebsschicksals ist eine tieftraurige, aber Regisseurin Murphy gelingt mit «Milla Meets Moses» ein moderat gezuckertes und deswegen umso glaubhafteres, lebensbejahendes Porträt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du das Kino mit wässrigen Augen und einem Lächeln verlässt.

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