Generation Y: Millennials kündigen ihren Job viel schneller
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Generation YMillennials kündigen ihren Job viel schneller

Passt Mitgliedern der Generation Y der Job nicht, zaudern sie nicht lange und kündigen. Für mehr Selbstverwirklichung sind sie zudem bereit, auf mehr Lohn zu verzichten.

von
kwo
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Die Generation Y wechselt häufiger den Job als ihre Vorgänger.

Die Generation Y wechselt häufiger den Job als ihre Vorgänger.

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In der Umfrage gaben 21 Prozent der befragten Millennials an, sie hätten ihren Job innerhalb des letzten Jahres gewechselt.

In der Umfrage gaben 21 Prozent der befragten Millennials an, sie hätten ihren Job innerhalb des letzten Jahres gewechselt.

Lukas Golder, Jugendforscher beim GFS  Bern, sagt, den jungen Menschen sei oft ein spannender, kreativer Beruf wichtig. «Sie ziehen deshalb einen Job mit ständiger Verfügbarkeit einem Job mit geregelten Arbeitszeiten vor.»

Lukas Golder, Jugendforscher beim GFS Bern, sagt, den jungen Menschen sei oft ein spannender, kreativer Beruf wichtig. «Sie ziehen deshalb einen Job mit ständiger Verfügbarkeit einem Job mit geregelten Arbeitszeiten vor.»

zvg

Schlechte Stimmung im Job? Ein nerviger Chef? Für Millennials ein sofortiger Grund, den Job zu wechseln. Die sogenannte Generation Y, die die zwischen 1980 und 1996 Geborenen umfasst, hat bedeutend weniger Sitzfleisch als die Älteren, so der Bericht «Wie Millennials leben und arbeiten wollen» von Gallup.

In der Umfrage gaben 21 Prozent der Befragten Millennials an, sie hätten ihren Job innerhalb des letzten Jahres gewechselt. Das sind deutlich mehr als bei den älteren Arbeitnehmern. Die Studienautoren schreiben, dass man nicht genau wisse, weshalb die Befragten die Stelle gewechselt hätten. Einige hätten wohl vielleicht auch einfach ihre Ausbildung fortsetzen wollen, so der Bericht.

Stimmung im Job entscheidend

Eine mögliche Erklärung für das Jobwechsel-Verhalten der Millennials liefert die Karriereberaterin Anne Forster in einem Gespräch mit 20 Minuten. Sie erklärt, dass die Stimmung im Job gerade für junge Angestellte entscheidend dafür sei, ob sie im Unternehmen bleiben wollen oder nicht. «Das wird in meinen Beratungen sehr häufig thematisiert», so Forster. Die Arbeitstage von Berufseinsteigern seien etwa in der Beratungs- oder Bankbranche lang – «da muss neben dem Lohn auch die Stimmung passen, um junge Arbeitnehmer längerfristig im Unternehmen zu halten».

Dass Junge empfindlich auf schlechte Chemie im Team reagieren, komme auch von der Art des Aufwachsens: «Die Millennials sind behüteter und mit mehr Nestwärme aufgewachsen als die Generationen davor», sagt die Karriereberaterin zu 20 Minuten. Was sie vom Elternhaus gewohnt seien, wünschten sie sich später auch im Arbeitsleben. «Sich wohlfühlen ist für sie ein grosses Thema.»

Zu grosse Versprechen

Ein weiterer Grund für die frühe Kündigungsbereitschaft sei die hohe Erwartungshaltung. Unternehmen würden etwa an Absolventen- und Jobmessen mit einem Hochglanz-Image um junge Berufseinsteiger werben. «Diese Werbung wirkt wie ein Versprechen», sagt Forster, «wenn es dann nicht eingehalten wird, sind junge Angestellte oft enttäuscht und sehen sich rascher nach einer Alternative um.»

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