Aktualisiert 06.04.2007 00:08

Milliardär will Chrysler kaufen

Für die angeschlagene US-Tochter des Autobauers DaimlerChrysler liegt ein erstes Angebot auf dem Tisch: Der US-Milliardär Kirk Kerkorian hat über seine Investmentfirma Tracinda Interesse an einer Übernahme von Chrysler angemeldet.

Tracinda teilte am Donnerstag mit, sie habe dem derzeitigen Eigentümer DaimlerChrysler in einem Brief 4,5 Milliarden Dollar in bar für die defizitäre US-Tochter geboten.

Ein DaimlerChrysler-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu einer entsprechenden Zeitungsmeldung ab. Alle Optionen seien weiterhin offen, betonte er. Der Konzern hatte am Mittwoch jedoch erstmals Gespräche mit möglichen Käufern bestätigt.

Die Aktien des Unternehmens profitierten von der Ankündigung. Sie legten an der New Yorker Börse 5,26 Prozent auf 84.80 Dollar zu und erreichten damit das höchste Niveau seit Juli 1999.

Kerkorian wolle Chrysler als eigenständige Einheit aufbauen, teilte Tracinda weiter mit. Zudem sollten die mächtige Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) und das Chrysler-Management die Möglichkeit erhalten, sich an dem Kauf zu beteiligen.

Die Investmentgesellschaft sei bereit, sofort mit der Buchprüfung zu beginnen. Allerdings sei eine Voraussetzung für die Offerte, dass Tracinda 60 Tage lang exklusiv Einblick in die Bücher erhalte.

Anzahlung in Aussicht gestellt

Zum Zeichen dafür, dass der Vorstoss erst gemeint ist, bot Tracinda eine Anzahlung von 100 Millionen Dollar an. Das Gebot sei jedoch davon abhängig, dass DaimlerChrysler sich mit der UAW einige. Nötig seien neue tarifliche Regelungen, um die Probleme der ausufernden Krankenversicherungskosten und riesiger Pensionslasten auszuräumen.

Als weitere Bieter für Chrysler kommen nach früheren Angaben von mit der Situation vertrauten Personen die Finanzinvestoren Blackstone und Cerberus sowie der kanadische Zulieferer Magna International in Frage.

Kerkorian war bereits vor der Fusion mit Daimler Chrysler- Aktionär und hatte später gegen den Zusammenschluss geklagt.

Anlass für die Klage war eine Äusserung des früheren Konzernchefs Jürgen Schrempp, wonach von Anbeginn keine Fusion gleichgrosser Unternehmen, sondern die Übernahme Chryslers durch Daimler-Benz geplant gewesen sei. Kerkorian hatte mit der Klage aber keinen Erfolg. (sda)

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