25.10.2015 09:30

Gescheiterte StrategieMilliarden-Abschreiber bei Credit Suisse erwartet

Trotz der neuen Umbaupläne – ein alter Übernahmeflop dürfte die Schweizer Grossbank tief in die roten Zahlen drücken.

von
ish

Der neue Chef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, hat nicht nur Pläne für die Zukunft, sondern will offenbar auch radikal mit der Vergangenheit abrechnen. Und das dürfte bis zu sechs Milliarden Franken kosten. Laut «SonntagsZeitung» dürfte noch dieses Jahr der in der Bilanz geführte Wert der 2000 gekauften US-Investmentbank Donaldson, Lufkin &Jenrette (DLJ) von noch 6,3 Milliarden Franken abgeschrieben werden. Das Resulatat wäre dann ein dicker Jahresverlust der Credit Suisse.

Finanzchef David Mathers sagte laut dem Zeitungsbericht am Investorentag letzter Woche in London, die Bank werde den Goodwill von DLJ «substanziell» abschreiben. «Insider gehen davon aus, dass damit wohl alles oder mindestens die Hälfte gemeint ist und dass darum im vierten Quartal die Bank rote Zahlen schreiben wird», schreibt die «SonntagsZeitung» weiter.

Statt auf US-Investmentbanking, Fokus neu auf Schweiz

Die Investmentbank DLJ hatte Credit Suisse unter Verwaltungsrats-Präsident Lukas Mühlemann zum Preis von 20 Millairden Franken gekauft. Der Kauf entpuppte sich jedoch als Flop.

Im Interview mit der «NZZ am Sonntag»erklärt der heutige VR-Präsident Urs Rohner den neuen Fokus der Grossbank auf die Schweiz: «Wir sind überzeugt, dass die Schweiz ein attrakativer Markt bleiben wird – wir haben hier stets einen wesentlichen Teil der Erträge erzielt.» In den letzten Jahren habe der Fokus jedoch der Grossbank «etwas zu wenig» auf der Schweiz gelegen.

Das soll sich ändern: CS werde nun rund 400 Millionen Franken in der Schweiz investieren. «Vor allem für Mitarbeiter in der Kundenbetreuung, die wir zusätzlich anstellen, für den Ausbau der Compliance und für die Digitalisierung und Automatisierung», so Rohner. Auch Übernahmen seien geplant: «Sicher ist, dass die Zahl der Banken in der Schweiz schrumpfen wird.» Grund sind die höheren Kosten wegen der zunehmenden Regulierung und Digitalisierung. Vor allem kleine Privatbanken machen diese zu schaffen.

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