Bundswehr: Milliarden für neues Raketen-Abwehrsystem
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BundswehrMilliarden für neues Raketen-Abwehrsystem

Das alte Patriot-System hat ausgedient. Die Bundeswehr arbeitet künftig mit dem milliardenschweren Meads-Flugabwehrsystem.

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dpa/cmr
Das Flugabwehrsystem Meads, hier bei einem Test, soll das Patriot-System ablösen. (Bild: John Hamilton/MEADS International)

Das Flugabwehrsystem Meads, hier bei einem Test, soll das Patriot-System ablösen. (Bild: John Hamilton/MEADS International)

Es ist eine der teuersten Entscheidungen dieser Regierung: Die Bundeswehr soll für mehrere Milliarden Euro ein neues Luftabwehrsystem erhalten. Das Verteidigungsministerium hat sich für das von deutscher Seite mitentwickelte Medium Extended Air Defense System – kurz Meads – entschieden. Bis 2025 soll das neue Waffensystem die bisher von der Bundeswehr genutzten «Patriot»-Einheiten des US-Herstellers Raytheon ablösen.

Und es ist das erste große Rüstungsprojekt von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Die CDU-Politikerin hat die Reform des Rüstungssektors der Bundeswehr zu einem zentralen Ziel ihrer Amtszeit erklärt.

Eine Milliarde Steuergelder

Bereits jetzt sind rund vier Milliarden Euro in das Projekt geflossen – davon eine Milliarde Euro deutsche Steuergelder. Meads wird allerdings noch drei bis vier weitere Milliarden kosten, heißt es.

Das neue Waffensystem soll Angriffe mit Flugzeugen und Raketen abwehren können. Zu einer Einheit gehören unter anderem ein Gefechtsstand, ein 360-Grad-Radar und Raketenabschussrampen. Wie viele Einheiten angeschafft werden sollen, ist noch unklar. Im Gespräch sind acht bis zehn.

Wichtige Lücke geschlossen

Auch das US-Unternehmen Raytheon hatte sich um den Auftrag beworben. An Meads sind MDBA Deutschland aus Bayern, MDBA Italien und der US-Hersteller Lockheed Martin beteiligt. MDBA soll nun bis Mitte 2016 ein Angebot vorlegen.

Henning Otte, CDU-Verteidigungsexperte, erklärte, mit der Entscheidung für Meads werde «eine wichtige Fähigkeitslücke für den Schutz unseres Landes und unserer Soldaten im Einsatz geschlossen». Otte begrüßte die geplanten vertraglichen Auflagen. «Zu oft waren in der Vergangenheit Rüstungsprojekte von Verspätungen und Preissteigerungen gekennzeichnet.»

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