Tote Hose im Puff: Millieu fürchtet Schweinegrippe
Aktualisiert

Tote Hose im PuffMillieu fürchtet Schweinegrippe

Wegen dem H1N1-Virus droht eine Puff-Flaute: Ohne Körperkontakt herrscht im Rotlichtmilieu tote Hose.

von
Jonas Hoskyn

In jeder grösseren Firma hängen mittlerweile Hygienetipps gegen die Schweine­grippe. Neben regelmässigem Händewaschen wird dabei empfohlen, enge Kontakte zu anderen Personen zu vermeiden. Über solche Tipps kann Robert Weber, Geschäftsführer des Happy House, nur müde lächeln: «Unsere Branche lebt nun mal vom Körperkontakt.»

Auch die Basler Kantonsärztin Anne Witschi sagt: «Der Ein-Meter-Körperabstand dürfte in diesem Metier nicht wirklich umsetzbar sein.» Ansonsten gelten die gleichen Tipps wie sonst. «Die Damen haben zwar ein erhöhtes Expositions-, aber meist kein grösseres Komplikationsrisiko.» Offensichtlich kranke Freier sollten weggewiesen werden.

Auch Beat Emmenegger, der im Kleinbasler Rotlichtmilieu drei Lokale betreibt, macht sich Gedanken: «Eine Pandemie gäbe sicherlich starke Umsatzeinbussen.»

Auf dem WC des Roten Kater hat er deshalb extra Desinfektionsmittel aufgestellt. Andere Sicherheitsvorkehrungen sind kaum umsetzbar: «Stellen Sie sich mal vor, die haben beim Sex eine Maske an», so Weber. «Da hat doch niemand mehr Bock.»

Im schlimmsten Fall, so sind sich beide einig, müsste man den Betrieb vorübergehend einstellen.

Deine Meinung