Aktualisiert 05.01.2011 13:19

Millionenlos

Million gewonnen - was nun?

Bald vergibt Swisslos sechs Mal eine Million Franken. Doch was haben Gewinner wirklich davon und wie hält man das Geld zusammen? Ein Ratgeber für Neureiche.

von
Gérard Moinat
Vor fünf Jahren traf es ihn: Jan Zimmermann gewann während den Swiss Awards mit dem Millionenlos eine Million Franken.

Vor fünf Jahren traf es ihn: Jan Zimmermann gewann während den Swiss Awards mit dem Millionenlos eine Million Franken.

Keystone

Mit der Weihnachtszeit ist auch das Rubbeln um Autos und Sofortgewinne vorbei - zumindest für diejenigen, die ihre Hoffnungen auf das Millionenlos gesetzt haben. Denn das beliebte Kalenderspiel von Swisslos mit eben so vielen Türchen wie ein Adventskalender ist mit dem neuen Jahr vorbei. Diejenigen, die bisher leer ausgingen, haben am 8. Januar an der TV-Gala «Swiss Award» nochmals die Chance, eine von sechs Millionen zu gewinnen.

Wie viele Menschen im vergangenen Dezember mitgespielt haben, steht erst Ende Februar genau fest. Bis dann kommen die unverkauften Lose von den Verkaufsstellen an Swisslos zurück. Laut Willy Mesmer, Bereichsleiter Wettbewerbe und Betrieb bei Swisslos, dürften dieses Jahr aber weniger Leute auf eines der hundertfränkigen Lose gesetzt haben als noch 2009. Denn letztes Jahr sei für Swisslos und das Millionenlos ein «Superjahr» gewesen: Rund 560 000 Lose gingen in der Deutschschweiz über die Kiosktresen. Dennoch werden bei der neuen Runde insgesamt Preise im Wert von 18,8 Millionen Franken ausgeschüttet. Doch was bleibt den Gewinnern am Ende wirklich vom Geld?

Darauf sollten Gewinner achten

Zwar hoffen alle Millionenlos-Käufer auf den Glückstreffer. Doch gehört man wirklich zu den «Glücklichen», sollte man sich die Tipps von Mesmer ganz genau anhören. Denn nur allzu viele wilde Gerüchte gibt es von solchen Lotto-Millionären, die ihr gewonnenes Geld innert kürzester Zeit verprasst haben und nach dem Lotto-Gewinn mit weniger dastanden als vorher.

«Die Verantwortung, was jemand mit seiner Million macht, können wir den Gewinnern nicht abnehmen. Aber zumindest beraten können wir sie», sagt Mesmer. Deshalb gebe es für alle, die über eine halbe Million Franken gewonnen haben, ein persönliches Gespräch und die Broschüre mit Tipps für Gewinner mit auf den Weg.

Auf dem Boden bleiben

Zu Mesmers Top-Ratschlägen gehört der, die Million nicht allzu breit zu streuen. Sprich: Den Kreis der Wissenden sollte man möglichst klein halten. «Bei einem, der die Million live während der Show gewinnt, wird dies natürlich schwieriger», gibt Mesmer zu.

Weiter sei wichtig, dass sich ein Gewinner gut überlegt, was er mit dem Geld anfangen will. Sprich: Erstmal auf dem Boden bleiben. «Auf keinen Fall künden und erst einmal normal weitermachen», lautet der Ratschlag des Fachmanns.

Doch gemäss Mesmer ist von all den mehr als 800 Personen, die Swisslos zu Millionären gemacht hat, seines Wissens keiner ausser dem ersten Lotto-Millionär einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Deshalb seien all die Geschichten von gescheiterten Millionären lediglich Gerüchte.

Geld geschickt anlegen

Für diejenigen, die die Tipps von Swisslos zu Herzen nehmen und nach dem ersten Trubel um ihre Person tatsächlich noch etwas vom Geld übrig haben, geht der Spiessrutenlauf weiter. Denn irgendwann müssen sich die frischgebackenen Millionäre die Frage stellen, wie sie das Geld zwecks Wert-Erhaltung oder gar Vermehrung möglichst geschickt anlegen.

Vermögensberater Carlo Picecchi von VermögensPartner in Winterthur rät, einen Teil des Gewinnes liquide auf einem Lohnkonto zu halten. «30 000 bis 50 000 Franken sollte man auf der hohen Kante haben, um Auslagen für den Alltag oder Unvorhergesehenes berappen zu können.»

Ein zweiter Teil komme am besten aufs Sparkonto. Für solche, die Risiken eingehen wollen, diene dieser Teil als eiserne Reserve — für andere, die das Geld bald brauchen oder Risiken meiden wollen, als einfache und flexible Anlagemöglichkeit.

«Diejenigen, die das gewonnene Geld einfach auf dem Konto lassen, müssen sich jedoch bewusst sein, dass sie damit längerfristig Renditechancen vergeben», so Picecchi. Denn gerade in Zeiten tiefer Zinsen sei es deutlich ertragsreicher, das Geld breit gestreut in Anlageklassen wie Obligationen, Aktien oder Immobilien zu investieren. Dazu eigneten sich oftmals passive Fonds (Exchange Traded Funds) am besten. Lebensversicherungen sind gemäss Picecchi für frischgebackene Millionäre aufgrund der aktuellen Konditionen und des tiefen Zinsniveaus keine interessante Alternative.

Was würden Sie mit einer Million anstellen? Schreiben Sie Ihre Vorschläge ins Talkback!

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