Gebeutelte Autoindustrie – Millionen Autos können wegen Chipmangel nicht gebaut werden
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Gebeutelte AutoindustrieMillionen Autos können wegen Chipmangel nicht gebaut werden

Diverse Hersteller drosseln deswegen die Produktion und können Fahrzeuge nicht fertigstellen. Der vorhergesagte Absatz-Einbruch wird grösser, als bisher angenommen.

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Stimmt die Berechnung der Beratungsgesellschaft Boston Consulting, werden bis Ende 2021 über zehn Millionen Autos nicht gebaut. 

Stimmt die Berechnung der Beratungsgesellschaft Boston Consulting, werden bis Ende 2021 über zehn Millionen Autos nicht gebaut.

AFP
Dies, weil Halbleiter und andere Rohstoffe fehlen. 

Dies, weil Halbleiter und andere Rohstoffe fehlen.

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Mit einer kurzfristigen Erholung der angespannten Situation ist nicht zu rechnen.

Mit einer kurzfristigen Erholung der angespannten Situation ist nicht zu rechnen.

Stefan Puchner/dpa

Darum gehts

  • Es fehlt an Halbleitern und Rohstoffen. Das setzt der Automobilindustrie zu.

  • Berechnungen der Beratungsgesellschaft Boston Consulting zufolge werden darum im Jahr 2021 über zehn Millionen Autos nicht gebaut werden können.

  • Ein Ende der angespannten Situation scheint nicht in Sicht.

Die Krise in der Automobilindustrie aufgrund des Mangels an Halbleitern und anderen Vorprodukten wie Stahl spitzt sich zu. «Wir gehen davon aus, dass zehn bis elf Millionen Fahrzeuge in diesem Jahr nicht gebaut werden können», sagte Albert Waas von der Beratungsgesellschaft Boston Consulting der «Welt am Sonntag». Zu einer ähnlich düsteren Prognose kommt auch die Beratungsgesellschaft PwC. Für das kommende Jahr rechnet Boston Consulting nun global mit einem Minus von fünf Millionen Autos.

Knappheit dürfte andauern

«Der Chipmangel bremst die wirtschaftliche Erholung der Autoindustrie nach Corona ab», sagte Waas. Mit einer kurzfristigen Erholung ist demnach nicht zu rechnen. «Wir werden in Europa nicht mehr die Produktionszahlen erreichen, die wir vor der Krise hatten», sagte der Experte. Zwar gehe er nicht von einer Welle von Fabrikschliessungen aus, weitere Verlagerungen nach Osteuropa und China erwarte er aber schon.

Erste Autobauer schliessen Werke

«Die Probleme haben sich im dritten Quartal verschärft und werden bis weit in das nächste Jahr andauern», sagte der PwC-Autoexperte Felix Kuhnert dem «Spiegel». Auch eine vierte Corona-Welle könne den Absatz in einigen Märkten drosseln.

Bereits am Donnerstag hatte der Autohersteller Opel angekündigt, wegen des weltweiten Chipmangels die Produktion im Werk in Eisenach bis Jahresende zu schliessen. Auch beim Autobauer Ford gibt es weitere Einschränkungen im Werk Köln.

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(DPA/pco)

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