Aktualisiert 21.12.2007 10:33

Millionen-Entschädigung für monatelange U-Haft

Die Polizei wollte ihm den sexuellen Missbrauch und die Ermordung seiner dreijährigen Tochter unterschieben, doch jetzt bekam der zu Unrecht beschuldigte Genugtuung.

Acht Monate lang sass Kevin Fox in Untersuchungshaft. Erst aufgrund eines entlastenden DNA-Tests kam er frei. Nun sprach ein Geschworenengericht in Chicago ihm und seiner Frau eine Entschädigung von insgesamt 15,5 Millionen Dollar (10,8 Millionen Euro) zu.

Wanderer fanden im Juni 2004 die Leiche der kleinen Riley in einer Schlucht, rund sechs Kilometer von ihrem Elternhaus in Wilmington im Staat Illinois entfernt. Fox' Klage gegen die zuständigen Polizisten stützte sich auf den Vorwurf, sie hätten absichtlich Beweise gegen ihn fabriziert. Er sei während eines 14-stündigen nächtlichen Verhörs so stark unter Druck gesetzt worden, dass er schliesslich eine Verwicklung in das Verbrechen eingeräumt habe.

Die Anwältin der Familie, Kathleen Zellner, warf den Ermittlern vor, Fox trotz des Wissens um seine Unschuld verhaftet zu haben. Der Staatsanwalt des ebenfalls beklagten Bezirks Will County, James Glasgow, erklärte dagegen, die Behörde sei stets vom ordnungsgemässen Vorgehen der Sheriffs überzeugt gewesen.

Die Geschworenen befanden am Donnerstag, die Ermittlungsbehörden hätten Fox' Bürgerrechte verletzt. Sie sprachen ihm 9,3 Millionen und seiner Frau weitere 6,2 Millionen Dollar Entschädigung zu. Die Anwältin des Paares hatte 44 Millionen Dollar beantragt. Gleichwohl zeigte sich Fox erleichtert über das Urteil: «Jetzt ist es vorbei, das ist ein grossartiges Gefühl», sagte der 30-Jährige. «Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht im Unrecht war, dass ich alles richtig gemacht habe.» (dapd)

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