Aktualisiert 23.11.2006 08:47

Millionen Menschen in Darfur brauchen dringend Hilfe

Dörfer würden geplündert und niedergebrannt. Marodierende Rebellen greifen Zivilisten an. Vier Millionen Sudanesen sind nach UN-Angaben in der Krisenregion Darfur dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Der UNO-Hilfskoordinator Jan Egeland hat dem Sudan vorgeworfen, die Lage der Not leidenden Bevölkerung in der Krisenregion Darfur mutwillig zu verschlimmern. «Die nächsten Wochen können für mehr als drei Millionen Menschen die Rettung oder das Verderben bringen», sagte Egeland.

Arabische Milizen und Rebellen hätten ihre Angriffe auf die Bewohner des Gebiets verstärkt wieder aufgenommen, erklärte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe. Er sprach von einer dramatischen Verschlechterung der Lage seit seinem ersten Besuch in Darfur 2004. Damals hätten eine Million Menschen dringend Hilfe benötigt.

Egeland warf der sudanesischen Regierung, den von ihr unterstützten arabischen Milizen und Rebellengruppen vor, den Konflikt anzuheizen. Die internationale Gemeinschaft kritisierte Egeland, weil sie es entgegen der 2005 auf einem UN-Gipfel getroffenen Zusagen versäumt habe, die Zivilbevölkerung zu schützen.

Die UNO, die Afrikanische Union und der Sudan hatten sich in der vergangenen Woche darauf geeinigt, Truppen mit einem ausgeweiteten Mandat in die Region zu entsenden. Derzeit sind 7000 AU-Soldaten in der Region stationiert. Allerdings könnte es noch Monate dauern, bis die neue Truppe einsatzbereit ist.

«Die Bevölkerung Darfurs kann keinen weiteren Tag warten», betonte Egeland. Schätzungen zufolge kamen bei dem seit dreieinhalb Jahren andauernden Konflikt bislang etwa 200 000 Menschen ums Leben. 2,5 Millionen Einwohner wurden vertrieben.

(SDA/AP)

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