World Vision: Millionen Spendengelder bei Hamas gelandet?

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World VisionMillionen Spendengelder bei Hamas gelandet?

Ein Mitarbeiter von World Vision soll die Hamas unterstützt haben. Australien reagierte und stoppte den Geldfluss in den Gazastreifen.

von
chi
Seit Jahrzehnten umkämpftes Gebiet: Ein Beduine vor einer Häuserzeile im Gaza-Streifen. (20. Juli 2016)

Seit Jahrzehnten umkämpftes Gebiet: Ein Beduine vor einer Häuserzeile im Gaza-Streifen. (20. Juli 2016)

Keystone/Adel Hana/AP

Laut dem israelischen Inlandgeheimdienst Schin Bet soll ein ranghoher palästinensischer Mitarbeiter der Organisation World Vision westliche Hilfsgelder in Millionenhöhe an die im Gazastreifen herrschende Hamas weitergeleitet haben.

Mohammed el-Halabi, Leiter der Zweigstelle der internationalen Hilfsorganisation in Gaza, sei am 15. Juni am Eres-Kontrollpunkt zwischen Israel und dem Gazastreifen festgenommen worden, teilte der Geheimdienst am Donnerstag mit.

World Vision will Sachverhalt aufklären

Man gehe von einer Summe von bis zu rund 50 Millionen Dollar aus, die für militärische Zwecke missbraucht wurden, sagte ein Sprecher des israelischen Aussenministeriums. El-Halabi wurde am Donnerstag vor einem Bezirksgericht in Beerscheva angeklagt.

World Vision erklärte, el-Halabi sei als zuverlässiger und gewissenhafter Kollege bekannt. «Nach derzeitigem Informationsstand gibt es keinen Anlass, anzunehmen, dass die Anschuldigungen begründet sind.» Man sei «schockiert». World Vision werde alle nötigen Schritte in die Wege leiten, um den Sachverhalt schnellstens aufzuklären. Ein Sprecher der radikalislamischen Hamas in Gaza wies die Vorwürfe als «Lügen» zurück.

Komplexes System aufgebaut

In der Mitteilung von Schin Bet hiess es, El-Halabi sei heimlich Mitglied des militärischen Hamas-Arms und habe westliche Hilfsgelder gezielt an die Terrororganisation übermittelt. Etwa 60 Prozent des Jahresbudgets für World Vision Gaza sei an die Hamas gegangen. Diese habe die Finanzmittel, die unter anderem aus Europa und den USA stammten, in militärische Projekte wie den Bau unterirdischer Tunnel sowie Waffenkäufe investiert.

El-Halabi habe ein komplexes System zur Weiterleitung der Gelder an Hamas entwickelt - etwa unter dem Deckmantel humanitärer und landwirtschaftlicher Projekte. Der Fall beweise «den zynischen Missbrauch, den Hamas mit internationalen Hilfsmitteln treibt», hiess es in der Mitteilung.

Australien reagiert

Bereits auf die Vorwürfe reagiert hat die australische Regierung: Das Aussenministerium stoppt alle Gelder für die christliche Hilfsorganisation im Gazastreifen. «Wir unterbrechen die Finanzierung für Programme in den Palästinensergebieten, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind», hiess es in einer Mitteilung. (chi/sda)

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