Aktualisiert 05.06.2014 13:24

Luzerner Banker

Millionen veruntreut – bedingte Strafe

Ein Ex-Devisenhändler ist vom Kriminalgericht wegen Veruntreuung zu einer zweijährigen bedingten Strafe verurteilt worden. Er hatte mit Devisengeschäften rund 15 Mio. in den Sand gesetzt.

von
dag
Ein Luzerner Banker hat 15 Millionen Franken in den Sand gesetzt und nun eine bedingte Freiheitsstrafe vom Luzerner Kriminalgericht erhalten. (Symbolbild)

Ein Luzerner Banker hat 15 Millionen Franken in den Sand gesetzt und nun eine bedingte Freiheitsstrafe vom Luzerner Kriminalgericht erhalten. (Symbolbild)

Gemäss dem Urteil machte sich der heute 35-Jährige der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie der mehrfachen Urkundenfälschung schuldig.

Für die zweijährige Freiheitsstrafe setzte das Gericht eine Probezeit von zwei Jahren fest. Zudem muss der Verurteilte bis zu 13'500 Franken Verfahrens- und Gerichtskosten zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger hatte eine 21-monatige Strafe gefordert.

Keine persönliche Bereicherung

Der Bankangestellte hatte seine Kompetenzen überschritten und nicht autorisierte Devisengeschäfte getätigt. Aufgeflogen war er bei einer Routineüberprüfung der Bank. Publik wurde der Fall im Dezember 2008.

Nachdem sich der Verdacht durch Untersuchungen einer Wirtschaftsprüfungsfirma erhärtete, wurde der Mann entlassen und angezeigt. Gemäss Bankangaben soll er sich nicht persönlich bereichert haben.

Schaden für die betroffene Bank

Für Bankkunden entstand durch den Veruntreuungsfall kein Schaden. Für die Bank hingegen schon. Sie musste 2009 eine Kapitalerhöhung durchführen, um an 15 Mio. Fr. neue Eigenmittel zu gelangen. Der Jahresgewinn der Bank ging 2009 von 3,0 auf 2,4 Mio. Fr. zurück. Die Dividende wurde von 17 auf 15 Prozent reduziert.

Zudem trennte sich die Bank von dem für das Finanzgeschäft verantwortlichen Geschäftsleitungsmitglied. Der Schritt erfolgte gemäss Bankangaben von damals einvernehmlich. Die bankinternen Kontrollmechanismen wurden einer eingehenden Prüfung unterzogen.

Im vergangenen Jahr schloss die Bank in der Frage der Entschädigung durch den Betrüger nach fünfjährigen Verhandlungen mit einem Versicherungskonsortium einen aussergerichtlichen Vergleich ab. Über den Inhalt und die Entschädigungssumme wurde Stillschweigen vereinbart. (dag/sda)

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