Aktualisiert 08.12.2011 19:01

Tankstellen-TV

Millionen von Zuschauern in den USA

Jetzt können die Amerikaner sogar beim Tanken fernsehen. Das Zapfsäulen-TV breitet sich gerade in den gesamten USA rasend aus.

Nach Angaben der Marktforschungsfirma Nielsen ist es eines der am schnellsten wachsenden Medien der USA. Die Idee ist zwar schon gut fünf Jahre alt, verbreitete sich aber erst in den vergangenen Monaten massenhaft. In die Tanksäulen sind Bildschirme mit einer Diagonale von 25 Zenti­metern eingelassen.

Auf Knopfdruck oder mit dem Herausziehen der Zapfpistole startet das Programm in einer Dauerschleife: Nachrichten, Sport, Wetter – und natürlich Werbung. Nach vier Minuten geht alles wieder von vorne los.

Die beiden Hauptkonkurrenten heissen Outcast und Gas Station TV. Outcast ist laut Nielsen an 13 000 Zapfsäulen zu sehen und hat in den USA jeden Monat mehr als 24 Millionen Zuschauer. Gas Station TV komme, obwohl nur mit 9000 Bildschirmen, sogar auf 28 Millionen. Ein 30-Sekunden-Werbespot kostet laut «Chicago Tribune» 800 000 Dollar, wenn er einen Monat an den Tanksäulen laufen soll.

Die Anstalten brüsten sich, dass die Fernsehschnipsel teilweise von mehr Leuten ge­sehen werden als die grossen Shows im Hauptabendprogramm. Für die Werbekunden bietet Tankstellenfernsehen aber noch einen anderen Vorteil: Weil die Bildschirme nur anspringen, wenn getankt wird, können die Sender ohne Schätzungen und Hochrechnungen eine exakte Zahl der Zuschauer angeben. (20 Minuten)

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