Aktualisiert 01.03.2008 19:44

Millionenbetrüger muss Haus verlassen

Ein Schweizer Kaufmann hat die Volksrepublik Nordkorea um über eine Million Franken geprellt und mit der Beute in Hombrechtikon ein Haus erworben. Nun muss der rechtskräftig verurteilte Betrüger die Liegenschaft bis zum kommenden 10. März verlassen.

von
Attila Szenogrady

Nun wird es für den verurteilten Millionenbetrüger eng. Bis zum 10. März soll der bald 70-jährige Kaufmann sein vom Kanton Zürich eingezogenes Haus räumen. Dies geht aus einer nun veröffentlichten Verfügung des Bezirksgerichts Meilen hervor. Darin wird dem Beklagten befohlen, die fragliche Liegenschaft am Aubriweg zu verlassen und den kantonalen Behörden zu übergeben. Unter der Androhung einer Zwangsvollstreckung.

Für einmal ein «Schurkenstaat» als Opfer

Damit dürfte Nordkorea bald einen Teil seines verlorenen Millionenvermögens wieder sehen. So wurde die oft als «Schurkenstaat» verschriene Volksrepublik selbst Opfer eines Schurkenstücks. Eingefädelt vom Hochstapler, der die Genossen vor einigen Jahren mit falschen Anlageversprechen um über 1,3 Millionen Franken brachte und die Gelder unter anderem für den Kauf der fraglichen Liegenschaft einsetzte. Der Täter wurde in der Folge bis hinauf zum Bundesgericht als Millionenbetrüger verurteilt. Gegen die Ausweisung aus der Liegenschaft hatte er sich aber bisher verbissen und erfolgreich gewehrt.

Firma vorgeschoben

An einer kürzlich erfolgten Verhandlung hatte sich der zu 27 Monaten Zuchthaus verurteilte Finanzjongleur erneut gegen das Rechtsbegehren für eine Ausweisung ausgesprochen. Mit der allgemein beliebten juristischen Begründung, dass nicht er, sondern die Firma «MRE Multi Real Estate SA» das Haus gekauft habe. Weshalb sich die Forderung der Kläger an die falsche Adresse richte.

Erfolgloser Schachzug ohne Wirkung

Allerdings entpuppte sich dieser Schachzug des gebürtigen Deutschen diesmal als erfolglos. So hielt das Gericht fest, dass es sich beim Beklagten um den einzigen Verwaltungsrat der «MRE» handle. Weshalb die Firma nicht als Dritte im Sinne der Gesetzesbestimmungen betrachtet werden könne. Da der Beklagte zudem persönlich an der Hauptverhandlung erschienen sei, habe sich mit seiner Person auch ein Organ der «MRE» vor den Schranken eingefunden, steht im Entscheid.

Rekurs ans Obergericht noch möglich

Das Gericht lastete dem Betrüger zudem eine Verzögerungstaktik sowie ein rechtsmissbräuchliches Verhalten an. Ob der Beklagte tatsächlich bis zum 10. März das Haus verlässt, ist allerdings noch offen. So kann er innert zehn Tagen einen Rekurs gegen die Verfügung beim Zürcher Obergericht einreichen.

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