Hochstapler aus Thalwil: Millionenbetrug mit Heizöl

Aktualisiert

Hochstapler aus ThalwilMillionenbetrug mit Heizöl

Am Dienstag wurde der Prozess gegen eine schillernde Figur aus dem Zürcher Rotlicht-Milieu eröffnet. Der Angeklagte hat mit schmierigen Ölgeschäften, Bestellungsbetrügen sowie dem Verkauf von geleasten Autos Geldsummen in Millionenhöhe ergaunert.

von
Attila Szenogrady

Der heute 58-jährige Hochstapler aus Thalwil gilt als einer der letzten klassischen Schweizer Vertreter des Zürcher Rotlicht-Milieus. Der Sohn eines langjährigen Appenzeller Polizeikommandanten galt lange Zeit als unauffällig und arbeitete als zuverlässiger Korrektor bei verschiedenen Zeitungen. Bis er Mitte der achtziger Jahre mit der Gründung eines Escort-Services sein Leben grundsätzlich änderte und kriminelle Wege einschlug. So auch als notorischer Berufsbetrüger, der ein luxuriöses Leben führte, aber auch bald mit dem Gefängnis Bekanntschaft machte.

Millionenbetrüger

Am Dienstag musste sich der Millionenschwindler in einem Berufungsprozess vor dem Zürcher Obergericht verantworten. Der Beschuldigte wehrte sich gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich. Dieses hatte ihn im Sommer 2010 zu einer hohen Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt. Die Anklage lastete dem Ostschweizer zahlreiche Wirtschaftsdelikte zwischen den Jahren 2001 und 2008 an. So hatte er serienweise Heizöl bestellt und gewinnbringend weiterverkauft. Zum Schaden der geprellten Lieferanten, welche auf ihren offenen Rechnungen sitzen blieben.

Hinzu kam der Verkauf von zahlreichen geleasten Fahrzeugen. Wobei er mit der inzwischen verstorbenen Milieu-Figur Felix Drittenbass zusammenarbeitete.

Hoffen auf Strafsenkung

Der Angeklagte erklärte vor Obergericht, dass er inzwischen aus der Haft entlassen worden sei und geruhigt habe. „Man wird halt auch älter", gab er zu Protokoll. Allerdings habe er vor 14 Tagen eine Verkehrsbusse von der Polizei erhalten. Der Verteidiger verlangte Teilfreisprüche wegen Opfermitverantwortung und eine Strafsenkung auf fünfeinhalb Jahre.

Das Obergericht wird aufgrund der zahlreichen Akten das Urteil im nächsten Jahr eröffnen.

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