Aktualisiert 21.01.2005 10:31

Millionenentschädigung für US-Prügelpolizisten

Ein Amateur-Video zeigt, wie der Polizist Jeremy Morse einen schwarzen Jugendlichen in einem Vorort von Los Angeles bei der Festnahme schlägt. Weil der Polizist entlassen, aber nicht verurteilt wurde, erhält er nun eine Entschädigung von 1,6 Millionen Dollar.

Eine Jury in Los Angeles hat einem Polizisten eine Millionenentschädigung zugesprochen. Dieser stand im Mittelpunkt eines Skandals um die Misshandlung eines schwarzen Jugendlichen.

Der Polizist Jeremy Morse wird dem Juryspruch zufolge wegen der ungerechtfertigten Entlassung aus dem Polizeidienst mit 1,6 Mio. Dollar entschädigt, wie Justizmitarbeiter am Donnerstag mitteilten. Seinem Kollegen Bijan Darvish seien 811 000 Dollar bewilligt worden. Darvish war vorübergehend von der Arbeit ausgeschlossen worden.

Der Bürgermeister von Inglewood, wo Morse zuvor beschäftigt war, nannte die Entscheidung «skandalös». Morse war im Juli 2002 wegen der Misshandlung eines 16-Jährigen angeklagt worden, wurde aber nicht verurteilt. Trotz belastender Videoaufnahmen konnten die Geschworenen sich nicht auf ein Urteil einigen.

Der weisse Polizist soll den schwarzen Jugendlichen Donovan Jackson bei seiner Festnahme mit dem Kopf gegen einen Wagen gestossen und ins Gesicht geschlagen haben. Ein Amateurfilmer hatte den Vorfall auf Video aufgenommen.

Die Bilder wurden von vielen US-Sendern ausgestrahlt. Morse verlor seine Arbeit bei der Polizei von Inglewood, einem Vorort von Los Angeles.

Der Vorfall in Inglewood und auch das Urteil hatten bei vielen Bewohnern von Los Angeles Erinnerungen an den Fall Rodney King geweckt, der 1992 die schwersten Rassenunruhen in den USA seit den 60er Jahren ausgelöst hatte.

Der schwarze Autofahrer King war im März 1991 auf einer Autobahn bei Los Angeles von weissen Polizisten brutal zusammengeschlagen worden. Der Freispruch der Beamten vor Gericht hatte im April 1992 in mehreren Städten zu tagelangen Ausschreitungen geführt.

(sda)

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