Millionenklage gegen Winterthur-Versicherung
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Millionenklage gegen Winterthur-Versicherung

Mit einer Schadenersatzklage in Brüssel und einer neuen Kampagne machen das Ehepaar Danon und die belgische Menschenrechtsliga gegen die Winterthur-Versicherung mobil.

Es geht dabei um einen Rechtsstreit nach einem Verkehrsunfall in Lausanne 1983.

Im Februar 2002 hatte das Ehepaar Danon in einer aussergerichtlichen Einigung eine Million Franken von der Winterthur erhalten, wie Jacques Danon am Freitag vor den Medien in Brüssel sagte. Allerdings habe er damals in einer Notlage unterschrieben, ergänzte er. Seine Frau sei wegen eines Hungerstreiks sehr geschwächt gewesen.

Die Danons hätten die Vereinbarung deshalb nun formell aufgekündigt, ergänzte sein Anwalt. Er verwies zudem auf ein Rechtsgutachten, das zeige, dass die Entschädigung «gerade mal die seit den 80er Jahren aufgelaufenen Zinsen ausmacht».

Die Winterthur bestätigte auf Anfrage, dass der Anwalt ihrer belgischen Tochtergesellschaft ein Schreiben mit der Aufkündigung der Vereinbarung erhalten habe. «Wir sind jedoch weiterhin der Ansicht, dass der Fall am 13. Februar 2002 abgeschlossen wurde», ergänzte Sprecher René Weder.

Am Anfang stand ein unverschuldeter Autounfall von Antoinette Danon, einer damals in der Schweiz wohnhaften Belgierin. In der Folge kam es zu einem Entschädigungsstreit zwischen der Winterthur- und Allianz-Versicherung der Unfallverursacher sowie dem Ehepaar Danon.

Modellfall

Man habe ihn in der Schweiz schlecht machen und schädigen wollen, berichtete Danon über weitere Auswirkungen des Rechtsstreits. Er verwies beispielsweise darauf, dass ihm als Geschäftsmann von der Bank UBS Kredite gekündigt worden seien.

Die Menschenrechtsliga unterstützt das Ehepaar Danon in seinem Kampf und seiner neuen Klage. Es gehe um einen Modellfall, der die Abhängigkeit von Versicherungen aufzeige, und um Verletzung der Grundrechte, so die Argumentation.

Druck gemacht werden soll nicht nur mit einer öffentlichen Kampagne, sondern auch politisch. Bereits verschiedentlich gelangte die Menschenrechtsliga in den vergangenen Jahren an den Bundesrat, im September wurde auch eine Petition beim EU-Parlament eingereicht.

Bereits in den 90er Jahren war der Rechtsstreit nicht nur öffentlich ausgetragen worden; während der Ratifizierung der ersten bilateralen Abkommen kam er in Belgien auch auf die diplomatische und politische Ebene.

(sda)

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