Kreisgericht Wil  - Minderjährige bedroht, genötigt und Geschlechtsverkehr an ihr vollzogen

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Kreisgericht Wil Minderjährige bedroht, genötigt und Geschlechtsverkehr an ihr vollzogen

Am Mittwoch steht ein heute 26-Jähriger vor dem Kreisgericht Wil, weil er mit einer unter 16-Jährigen Geschlechtsverkehr hatte und diese auch geschlagen und genötigt hatte.

von
Jeremias Büchel
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Ein heute 26-jähriger Mann steht am Mittwoch vor Gericht. 

Ein heute 26-jähriger Mann steht am Mittwoch vor Gericht.

20min/Michael Scherrer
Vorgeworfen werden ihm mehrfache sexuellen Handlungen mit einem Kind, mehrfache Drohung und weitere Delikte. 

Vorgeworfen werden ihm mehrfache sexuellen Handlungen mit einem Kind, mehrfache Drohung und weitere Delikte.

20min/Michael Scherrer
Der Mann muss sich vor dem Kreisgericht Wil in Flawil verantworten. 

Der Mann muss sich vor dem Kreisgericht Wil in Flawil verantworten.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Ein zur Tatzeit 19-Jähriger hatte Geschlechtsverkehr mit einer damals 14-Jährigen.

  • Zudem hat er die Teenagerin bei sexuellen Handlungen gefilmt.

  • Der junge Mann zeigte ausserdem ein stark kontrollierendes Verhalten. Er hat auf dem Handy der Jugendlichen mehrmals Nachrichten gelesen.

  • Zudem wurde sie vom Täter geschlagen und bedroht.

Am Mittwoch steht ein heute 26-jähriger Mann vor dem Kreisgericht Wil in Flawil. Unter anderem, weil er von Herbst 2013 bis Winter 2014 laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft mehrmals pro Woche Geschlechtsverkehr mit einer damals 14-Jährigen hatte. Ihm war klar, dass die Jugendliche damals noch nicht 16 Jahre alt war. Mindestens vier Mal wurde der Geschlechtsverkehr vom Beschuldigten auch gefilmt.

Mit Schlägen gedroht

Während der gemeinsamen Zeit der beiden zeigte der junge Mann stark kontrollierendes Verhalten. Er nahm mehrmals das Handy der Jugendlichen an sich und durchsuchte Chatverläufe und sichtete Bilder. Er wollte laut Anklageschrift die Kommunikation mit anderen Personen überwachen. Sein Kontrollwahn gipfelte darin, dass er im Sommer 2014 das Facebook-Profil kurzerhand löschte. Das Handy übergab die Jugendliche jeweils nur, weil sie Angst vor Schlägen durch den Beschuldigten hatte. Drohungen und Gewalt kamen ab und zu vor. «Kensch no de», heisst es in der Anklageschrift zu einem Chatverlauf inklusive des Bildes eines Händeabdrucks auf der Haut. Dazu schrieb er, dass er ihr damit den «ganzen Körper füllen» werde. Im Winter 2014 wurde die Jugendliche vom Beschuldigten so fest geschlagen, dass diese blaue Flecken an den Beinen sowie einen Händeabdruck am Oberarm davontrug. Der Abdruck war längere Zeit sichtbar.

Zwei Jahre bedingt

Die Staatsanwaltschaft fordert wegen mehrfacher sexuellen Handlungen mit einem Kind, mehrfacher Pornografie, Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder, mehrfacher Drohung, mehrfacher Nötigung, Sachentziehung und mehrfacher Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz einen Schuldspruch. Der Mann soll zu einer 24-monatigen bedingten Freiheitsstrafe verurteilt werden, bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem wird eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 30 Franken auszusprechen. Der Prozess findet am Mittwoch vor dem Kreisgericht Wil in Flawil statt.

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio und bei den UPK Basel.

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