Aktualisiert 16.05.2007 15:19

Minderjähriger nach Mord in geschlossener Anstalt

Vor einem Jahr tötete ein Minderjähriger in Clarens bei Montreux einen Rentner und wollte dessen Leiche verbrennen. Jetzt wurde er in eine geschlossene psychiatrische Anstalt verlegt, weil er eine Gefahr für die Öffentlichkeit ist.

Das Waadtländer Jugendgericht hat einen zur Tatzeit Minderjährigen wegen des Mordes an einem 62-jährigen Mann vor einem Jahr in Clarens bei Montreux in eine geschlossene Anstalt eingewiesen. Begründet wird die Massnahme mit der Gefährlichkeit des Verurteilten. Vier weitere Tatbeteiligte werden später abgeurteilt.

In den Augen der psychiatrischen Experten stellt der Mann eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar und könnte weitere Straftaten begehen, wie die Waadtländer Staatsanwaltschaft am Mittwoch bekannt gab. Deshalb wurde er in eine geschlossene Anstalt eingewiesen. Dort soll er auch seiner Persönlichkeitsstruktur entsprechend behandelt werden. Der Aufenthalt in der geschlossenen Anstalt kann bis zum 22. Altersjahr verlängert werden.

Zu der Tat kam es am 29. Mai 2006. Der damals knapp 18-jährige Mann aus Serbien und Montenegro begab sich zusammen mit den vier anderen Tatbeteiligen an den Wohnort eines 62-jährigen Mannes, dessen Bekanntschaft er wenige Tage zuvor gemacht hatte. Unter dem Einfluss von Kokain sowie wegen sexuellen Angeboten an seine Freundin haben der Täter, die 19-jährige Freundin sowie zwei Schweizer im Alter von 22 und 23 Jahren und ein 30-jähriger Franzose den Mann geschlagen und ihm verschiedene Verletzungen zugefügt. In der Folge entschieden sie sich, den Mann zu beseitigen. Dabei kam dem Minderjährigen eine Hauptrolle zu. Er tötete das wehrlos am Boden liegende Opfer mit zahlreichen Messerstichen.

Zwei Tage später kehrten drei der Täter, darunter der Minderjährige, wieder an den Tatort zurück. Dort gossen sie eine leicht entzündbare Flüssigkeit über die Leiche sowie die Möbel der Wohnung und entfachten im Studio Feuer, um alle Spuren ihrer Tat zu verwischen. Dank dem raschen Eingreifen der Feuerwehr konnte ein Übergreifen des Brandes auf weitere Wohnungen verhindert werden. Auf Grund von Indizien wurden die fünf Tatverdächtigen schliesslich verhaftet. (dapd)

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